Nur knapp zehn Minuten von Bozen entfernt, mitten in Südtirols wohl schönster Weinregion, liegt der Golf Club Eppan Golf & Country – ein Golfclub in Südtirol, der gleich mit zwei 9-Loch-Plätzen aufwartet. Sie tragen Namen, die Grosses versprechen: „The Blue Monster“ und „The Mountain Beast“. Was zunächst nach schweissgetränkten Golf-Albträumen klingt, entpuppt sich schnell als cleverer Marketing-Move: Die Namen brüllen deutlich lauter, als sie beissen.
Wir spielen heute das „Blue Monster“ – oder auf gut Deutsch: das blaue Monster. Dramatisch klingt das allemal, doch der Name kommt weniger von seiner Schwierigkeit als vielmehr von seinem auffälligsten Merkmal: dem Wasser. Denn genau davon gibt es hier reichlich. Praktisch die gesamte Anlage ist von Wasserflächen und Wasserhindernissen geprägt, was dem Platz seinen Namen eingebracht hat – die offizielle Beschreibung spricht von zahlreichen Wasserhindernissen und künstlichen Seen als prägendem Gestaltungselement des Platzes.
Auf dem Weg zum Golf Club Eppan fährst du durch endlose Apfelplantagen, vorbei an akkurat aufgereihten Baumreihen, die wie grüne Spaliere in der Landschaft stehen. Links Äpfel, rechts Kirschen – und geradeaus die Spargelfelder. Dazwischen fleissige Erntehelfer, die an diesem frühen Frühlingsmorgen längst bei der Arbeit sind.
Blue Monster Golfplatz Eppan: Ein Design vom Himmel
Ach, der Blue Monster. Ein Name, der klingt, als hätte Stephen King persönlich am Abschlag mitgeplant. In Wahrheit lauert hier keine dunkle Kreatur, sondern eine ganz reale Herausforderung: Wasser. Viel Wasser. Sehr viel Wasser. Auf acht der neun Bahnen ist es im Spiel — mal links, mal rechts, mal direkt vor dir. Willkommen im Feuchtgebiet mit Fairways.
Entworfen wurde der Par-35-Platz vom Golfplatzarchitekten Thomas Himmel — ein Mann, dem man kennerisch attestiert, dass er Kurse «auf der weissen Seite des Blattes» erschafft, sprich: ohne vorhandene Topographie, aus dem Nichts. Ähnlich wie sein Son Gual auf Mallorca oder der Achental-Platz im bayrischen Grassau. Im Fall Eppan bedeutete das: ebene Überetscher Auen, kaum ein Hügel, kein natürliches Geländeprofil — und trotzdem ein Platz, der Charakter hat.
Die künstlichen Seen, die Modellierungen, die positionierten Bunker: alles erdacht. Der Golfplatz wurde 2015 auf einer ehemaligen Apfelplantage eröffnet und gehört der Familie Gostner. Man sieht es dem Boden noch an — diese Flachheit ist für Südtirol geradezu systemfremd.
Das Gelände ist vollkommen flach, aber durch viel Modellierungsarbeit und eine Reihe clever positionierter Bunker ist ein herausforderndes, links-artiges Layout entstanden. Links-artig — genau das ist das richtige Wort denn wenn du genauer hinschaust, könntest du dich in Schottland oder Irland wiederfinden. Im August ist das blaue Monster teilweise mit hohem Schilf umrandet, was den Schwierigkeitsgrad noch deutlich erhöht.
Blue Monster Golf Eppan: Wasser, wohin das Auge reicht
Ganz ohne Anspruch geht es dennoch nicht. Der 9-Loch-Platz verlangt weniger rohe Kraft als Köpfchen. Statt Länge zählen Präzision, kluge Schlägerwahl und saubere Annäherungen. Wobei wir ganz deutlich sagen müssen: Ein gut getroffener Driver darf hier trotzdem nicht fehlen. Am deutlichsten zeigt das das am Loch 5: ein sichelartiges Dogleg nach links, das auf der gesamten Länge von einem grossen See begleitet wird — von Tee bis Grün.
Die grossen, dunkel leuchtenden Grüns sind das visuelle Markenzeichen des Platzes. Sie sind wellig, schnell und sorgfältig gepflegt – grosse Putt-Distanzen gehören hier fast schon zum Spiel. Der Break bleibt dabei meist moderat.
Das Panorama entschädigt ohnehin für vieles: der Blick auf die Burgen rund um Eppan, auf Weinberge und Obstgärten, dahinter die Berge von Meran und Bozen.
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The Blue Monster überrascht mit Links-Charakter
Einer der wenigen konsequenten Kritikpunkte bleibt: Auf dem Platz steht kein einziger grosser Baum. Stattdessen prägen Büsche, Gestrüpp und offene Flächen das Bild. Das verstärkt zwar den Links-Charakter der Anlage, kann an heissen Sommertagen aber durchaus zur Herausforderung werden. Weniger wegen der Hitze selbst, sondern wegen der Moskitos, die rund um die Wasserhindernisse offenbar ihre ganz eigene Hochsaison feiern.
Das stehende Wasser ist ihr natürliches Habitat – und sie wissen es zu nutzen. Damals machten sie gefühlt jeden Abschlag zur Mutprobe und den Platz zeitweise zu einem blutdurstigen Monster. Ohne Spray wird man hier nicht einfach gestochen, sondern regelrecht aufgefressen. Wobei man fairerweise sagen muss: Wir sprechen hier von Hochsommerzeiten. Im April, kurz vor Mai, war davon keine Spur zu sehen.
Direkt vor Ort stehen Ladestationen für Elektroautos zur Verfügung – praktisch, wenn man wie wir mit dem Genesis GV70 anreist und die Runde gleich für ein paar zusätzliche Kilometer Reichweite nutzt.
Während der Runde konnte ich es mir natürlich nicht verkneifen, ein paar Eindrücke direkt auf meinem Instagram-Account @frau__moni zu teilen – und ich finde, die Bilder können sich durchaus sehen lassen. Sie bringen ziemlich genau auf den Punkt, was eine Runde im Golf Club Eppan ausmacht: spektakuläre Bergkulisse, viel Wasser, perfekt gepflegte Fairways und dieses entspannte Südtirol-Gefühl irgendwo zwischen ernsthaftem Golf und Dolce Vita. Oder anders gesagt: ein Platz, der nicht nur spielerisch, sondern auch fotogen regelmässig unter Par liefert.
Bildergalerie vom Golfclub Eppan Blue Monster
The Lodge: Restaurant mit echtem Ruf
Das Zentrum des Golfplatzes bildet das Hotel The Lodge mit knapp 25 Zimmern – familiär, modern und angenehm unkompliziert. Genau der richtige Ort, wenn du Golf, Südtirol und kurze Wege verbinden möchtest.
Was hier aber fast noch mehr hängen bleibt, ist das Restaurant. Und zwar nicht nur bei uns. Immer wieder wird die Küche gelobt – für ihre Südtiroler Produkte, die klare Zubereitung und diesen unaufgeregten Anspruch, der nicht laut sein muss, um gut zu sein.
Besonders schön: Am Abend füllt sich der Parkplatz nicht nur mit Hotelgästen und Golfern, sondern auch mit Einheimischen, die bewusst zum Essen hierherkommen. Und das sagt oft mehr als jede Bewertung auf einem Portal.
Auf den Teller kommt Region, Handwerk und ehrliche leicht italienisch geprägte Küche, die optisch auch noch sehr kreativ angerichtet ist.
Greenfee und Praktisches im Golf Club Eppan
Der Platz ist offen für Gäste mit Platzreife, die Saison läuft von Februar bis Dezember. Das Greenfee liegt aktuell bei rund 60 Euro für 9 Loch — ein Preispunkt, der in den Bewertungen regelmässig diskutiert wird. Wer in einem der GOLF-IN Südtirol Partnerhotels übernachtet, erhält 20 Prozent Rabatt.
Auch die Laufwege wollen erwähnt sein. Vom modernen Clubhaus mit dem angeschlossenen Hotel The Lodge bis zum ersten Abschlag sind es gut 500 Meter zu Fuss. Ein Detail, das je nach Tagesform entweder als entspannte Einstimmung oder als unnötige Zusatzstrecke gelesen werden kann.
Eine echte Driving Range gibt es direkt am Platz nicht. Wer sich warm schlagen möchte, findet Netzkäfige am Clubhaus.
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