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Anahita Golf Club Mauritius: Ernie Els’ Meisterwerk an der Ostküste

Ich gebe es gerne zu: Schon der erste Blick auf den Anahita Golf Club auf Mauritius macht mich ein wenig weich. Vielleicht liegt es am Morgenlicht, vielleicht an den grosszügigen Linien, vielleicht auch daran, dass hier alles so wirkt, als wären Golf und Schönheit ganz bewusst gemeinsam gedacht worden. Das Gras ist nicht einfach nur grün. Es ist ein so unverschämtes, leuchtendes Smaragdgrün, dass es sich unter den Füssen fast wie ein Teppich anfühlt. Und noch bevor du den ersten Ball schlägst, ahnst du, dass du später vermutlich mehr von den Ausblicken und den spektakulären Löchern mit türkisfarbenem Wasser hinter dem Grün erzählen wirst als von deinem eigentlichen Golfspiel.

Der Starter gibt dir dazu gleich den passenden Hinweis mit: Loch 4, 8 und 17 seien jene Momente, an denen du besser kurz innehältst und die Kamera zückst. Selten war ein Ratschlag auf dem Weg zum ersten Tee so berechtigt wie dieser.

Golfplatz mit Meerblick und Wolken
Eines der insg. 3 Ocean-Front-Greens im Anahita Golf Club.

Ernie Els Design: Championship Course auf Mauritius

Der Anahita Golf Club an der Ostküste von Mauritius gehört zu den beliebtesten Golfplätzen der Insel. Und ganz ehrlich: Schon nach den ersten Minuten versteht man ziemlich schnell, warum. Der Platz stammt aus der Feder von Ernie Els, und der hat bekanntermassen nicht nur Ahnung von Golf, sondern auch von grossen Gesten.

Der 18-Loch-Championship-Course ist der erste Platz auf Mauritius, der nach USGA-Standards gebaut wurde. Weit, elegant und grosszügig angelegt, mit breiten Fairways, sechs Ocean-Front-Holes und genau jener Mischung aus Spielbarkeit und Anspruch, bei der Longhitter innerlich kurz die Arme hochreissen dürften.

Seit dem 1. Juli 2025 liegt das Management des Anahita Golf Club ebenso wie jenes des Île aux Cerfs Golf Club offiziell bei Sunlife. Für Golferinnen und Golfer macht das die Sache noch angenehmer, weil Resortleben und Golf hier beinahe fliessend ineinandergreifen. Das luxuriöse Four Seasons Resort Mauritius at Anahita liegt direkt auf dem Gelände der gated community. Wer also lieber nahezu direkt vom Frühstück aufs Fairway wechseln möchte, statt Zeit in Transfers zu verlieren, dürfte sich hier ziemlich schnell am richtigen Ort fühlen.

Bunker und Palmen

Anahita Golf Club: Pro Shop, Anreise und erste Eindrücke

Vom Sunlife Long Beach Resort kommst du ganz unkompliziert mit dem Shuttle zum Anahita Golf Club. Wohnst du im Four Seasons Resort Mauritius at Anahita, beginnt das Golferlebnis praktisch direkt vor der Tür. Gleich vorne liegt auch der Eingangsbereich zum The Bay Club at Anahita, das seit wenigen Monaten ebenfalls zum Sunlife-Universum gehört.

Im Proshop passiert uns das, was Proshops mit den meisten von uns machen: Wir wollen nur kurz schauen und verlieren innerhalb von Minuten jede Form von Kaufdisziplin. Diese knalligen, absolut charmanten Dodo-Golfpolos! Der Dodo gilt seit dem späten 17. Jahrhundert als ausgestorben, aber er ist unbestreitbar das bekannteste Symboltier von Mauritius. Hier gehört es bei fast jedem zweiten Golfer zum guten Stil, sich an ihn zu erinnern. Zumindest auf dem Polo.

Golfplatz Mauritius: Warum Anahita zu den Top 3 zählt

Der Anahita Golf Club ist nicht flach, aber auch keiner jener Plätze, die dich bei jedem zweiten Loch ungefragt auf Bergtour schicken. Das Gelände ist leicht bis moderat hügelig. Du kannst ihn theoretisch laufen. Theoretisch ist allerdings im Urlaub bekanntlich vieles möglich.

Praktisch wirst du ziemlich schnell im Buggy sitzen. Nicht, weil es dir an Ehrgeiz fehlt, sondern weil es schlicht sinnvoll ist. Wenn auf dem Platz viel Betrieb herrscht, ist das Cart oft die entspannteste Lösung, damit der Spielfluss stimmt und die Flights sich nicht gegenseitig auf die Nerven gehen. Und bei mauritischer Sonne im März und über 30 Grad muss man sich zusätzliche sportliche Härte auch nicht zwingend beweisen.

Von Oktober bis April ist der Buggy ohnehin Pflicht. Und auch ausserhalb dieser Monate müsstest du dich fast aktiv dagegen wehren, wenn du wirklich zu Fuss losziehen willst. Dein Cart steht dann bereits fertig beladen da, inklusive zweier nachhaltiger Glasflaschen, frisch mit Wasser gefüllt. Während der Runde kannst du sie immer wieder auffüllen und danach sogar als kleines Souvenir mit nach Hause nehmen. Eine nette Idee und deutlich charmanter als die übliche Plastikflasche, die man spätestens am dritten Loch ohnehin schon geleert hat.

Auch die Bälle auf der Driving Range sind selbstverständlich inbegriffen. Und die hat es hier in sich. Neben jener im Heritage Resort mit dem La Reserve Links gehört die Übungsanlage des Anahita Golf Club zu den grosszügigsten auf Mauritius. Genau die Art von Range, bei der das Sportlerherz schon vor dem ersten Abschlag ein wenig höherschlägt. Unser Warm-up verläuft trügerisch friedlich. Ein paar flauschige Wolken treiben über den tiefblauen Himmel, wir freuen uns auf das Spiel.

Mauritius Open: Anahita Golf Club auf der DP World Tour

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2009 hat der Anahita Golf Club weit mehr erlebt als nur entspannte Ferienrunden bei Sonnenschein. Mehrfach war er Gastgeber der Mauritius Open, eines Turniers der DP World Tour und Sunshine Tour. Allein das ist schon ein ziemlich deutliches Zeichen dafür, dass hier nicht nur schön gespielt, sondern auch ernsthaft Golf zelebriert wird.
Was viele nicht wissen: Die Mauritius Open wechselt seit Beginn zwischen Heritage und Anahita hin und her. Ein bewusstes Pingpong zwischen zwei sehr unterschiedlichen Welten. Hier die elegante Weite der Ostküste, dort die etwas wildere, dramatischere Bühne des Südens. Für den Golf-Tourismus ein Glücksfall.

Golfplatz mit Meerblick und Fahne

Ernie Els hat eine Schwäche für Bunker.

Spoiler: Sechs der achtzehn Löcher liegen direkt am Ozean oder an der Lagune, so nah. Das hier ist die Art von Aussicht, die dich automatisch dazu bringt, den Schläger kurz abzusetzen, weil der Moment einfach zu schön ist, um ihn zu überhasten. Für uns Golfspielerinnen und spieler ist dies das Paradies im Paradies.
Die Luft schmeckt nach Meersalz und der Hoffnung, heute keinen Ball im Wasserhindernis zu versenken. Das ist auch einfach, denn Wasserhindernisse gibt es hier kaum.

Dass der Anahita Golf Club aktuell zu den Top-3 Golfplätzen auf Mauritius gehört, überrascht mich nach ein paar gespielten Löchern nicht. Perfektes Urlaubsgolf beschreibt es auf den Punkt: breite gestreifte sattgrüne Fairways wie kleine Autobahnen, flankiert von Palmen, dazwischen die hellen Sandbunker und dahinter das türkisfarbene Meer. Am Grün von Loch 4 sitzt ein kleiner brauner Vogel, ein Common Myna, und zwitschert mich an. Die siehst du hier sehr häufig. Er wurde im 19. Jahrhundert eingeführt, um Insekten in Zuckerrohrplantagen zu bekämpfen. Manchmal siehst du noch die Ruinen und Mauern in den dunklen Lavasteinen, die sich mitten durch das Fairway ziehen. Ein visueller Anker, der daran erinnert, wie tief die Geschichte der Insel hier verwurzelt ist.
Für uns geht es hier sowieso nicht um verbissenes Zählen, sondern um puren Genuss. Denn wo ausser hier hat man solch eine Traumkulisse?

Ernie Els hat zudem eine bekannte Schwäche für Bunker. Besonders für jene tiefen Topfbunker, die er gern rund um die Grüns gruppiert. «Umzingeln» trifft es ziemlich gut. Sie sind fotogen, herausfordernd und erstaunlich hart zu spielen. Da juckt es kaum, wenn man den Ball dann mal übers Grün hinausschiesst.

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Golf & Lifestyle: Golfvillas am Anahita Golf Club

Die Anahita-Golfanlage wird von eleganten Villen und Ferienhäusern gesäumt. Ja, manchmal führen die Spielbahnen direkt am Resort vorbei, aber das stört nicht. Im Gegenteil: Es wirkt wie ein leises Nicken an weltbekannte Plätze, bei denen Golf und Wohnen längst miteinander verschmelzen. Es heisst, hier hätten einige VIPs ihre Ferienhäuser, darunter Stéphanie von Monaco.
Es ist heute üblich, mitten durch eine Wohnanlage zu spielen. Und es macht Sinn. Ernie Els hat dieses Lebensgefühl perfektioniert, man denke nur an sein eigenes Golfrefugium in Oubaai, Südafrika. Genau dieses Konzept, dieses «Golf as a Lifestyle», spürt man auch hier in Anahita.

Die Villen kannst du wochenweise mieten: Preise zwischen 8’800 € und über 21’000 €. Unterschiedliche Grössen, unterschiedliche Stile, aber alle eingebettet zwischen Fairways, tropischem Grün und dem Gefühl, dass man hier eigentlich nichts anderes tun möchte, als länger zu bleiben. Ideal für Friends-Trips oder Family-Reisen, wenn man einmal nicht im Hotel absteigen möchte.

Golfplatz mit grünem Rasen und Bunkern

Clubhaus & Küche: Genuss nach der Golfrunde in Anahita

Nach der Runde führt kein Weg am Clubhaus vorbei. Das reetgedeckte Dach, die offene Architektur, die warme Luft, die dir beim Hinsetzen wie ein vertrauter Gruss entgegenweht.

Das Clubhaus-Restaurant trägt den Namen Il Forno, und ja, es klingt so italienisch, wie es schmeckt. Hier werden frische Pasta, knusprige Pizzen, grosse Salate und kleine Versuchungen serviert, stets mit Blick auf das 18. Grün, und es macht ohnehin Spass zu sehen, wie andere Flights reinkommen und wie sie das Finale zelebrieren.

Kostenlose Greenfee im Anahita Golf Club

Externe Gäste bewegen sich hier je nach Saison meist in einem Preisrahmen von 150 bis 200 Euro pro Runde. Wer in einem der Anahita-Resorts wohnt, etwa im The Bay Club at Anahita, dem Four Seasons at Anahita und dem Sunlife Long Beach hat es angenehmer: In vielen Paketen ist die Greenfee bereits enthalten. Was allerdings bleibt, ist die Buggy-Gebühr, die mit rund 35 Euro zusätzlich zu Buche schlägt.

Vor allem zwischen Oktober und April ist der Buggy auf dem Platz in der Regel ohnehin Pflicht. Das gehört hier also weniger zur Kür als zur festen Spielregel.

WAS AUCH NOCH SPANNEND IST