Es ist kurz vor Sonnenuntergang, als wir die geschwungene Auffahrt zum Château de Bel Ombre hinaufgehen. Die Luft ist voller zarter Blumendüfte, das Licht goldrosa, und irgendwo zwischen den alten Bäumen flattern Flughunde durch die Abenddämmerung. Im Garten scheint alles gleichzeitig zu blühen: kräftige Farben, üppige Beete, tropische Pflanzen – als würden die Blumen mit dem Himmel um die letzten, schönsten Minuten des Tages konkurrieren. Und ich mittendrin, farblich erstaunlich passend, fast so, als hätte ich den Dresscode des Gartens geahnt.
Drinnen: gedimmtes Licht, hohe Decken, leicht knarzende Dielen, eine Stille, die nicht leer ist, sondern voll. Ehrlich gesagt haben wir uns in diesem Moment kurz gefragt, ob wir an einem Filmset gelandet sind.
Wer den Golfplatz spielt oder Gast im Heritage Resort ist, sollte unbedingt im Château essen. Nein – muss. Das Château de Bel Ombre ist perfekt für ein romantisches Dinner – oder ganz schlicht für den Moment, wenn der Tag noch nicht enden soll. Wer möchte, lässt den Abend nach dem Essen in der Lounge mit Piano-Bar ausklingen. Leise Klänge, gedimmtes Licht, der Duft des Gartens. Kein schlechter Abschluss.
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Fine Dining im historischen Herrenhaus
Es ist das historische Herrenhaus der ehemaligen Zuckerrohrplantage, auf der heute die beiden Heritage Resorts stehen. Wer weiss, was hier einst gewachsen ist, gelebt und gearbeitet wurde, isst anders.
Der ruhende Mittelpunkt dieses gastronomischen Heritage-Kosmos ist das Château de Bel Ombre – ein Ort, der mit seiner französisch inspirierten Gourmetküche eine besondere Rolle einnimmt. Das Château hat vielleicht keinen Michelin-Stern, spielt kulinarisch aber ganz klar in dieser Liga. Es wurde mit mehreren World Luxury Restaurant Awards ausgezeichnet und arbeitet regelmässig mit Michelin-Sterneköchen zusammen.
Weinkeller im Le Château de Bel Ombre
Wer ein Faible für gute Küche hat, reserviert sich einen Abend hier. Und wer wirklich versteht, was dieser Ort zu bieten hat, lässt sich von Sommelier Bohmesh in den Weinkeller führen. Ein dunkles, wohltemperiertes Gewölbe, in dem die Zeit anders läuft.
Hier führte uns Bohmesh durch feine Champagner und einen perfekt abgestimmten Käseteller – Blauschimmel, Weichkäse, getrocknete Früchte, Cracker auf einer Schiefertafel.
Und eine kleine Notiz, die nicht untergehen sollte: Heritage hat 2025 auf dem Domaine eigene Weinreben gepflanzt. Die erste Ernte ist für 2028 geplant. Man darf sehr gespannt sein.
Ram Appadoo: 30 Jahre mauritische Küchentradition, neu erzählt
Hinter der Küche steht Küchenchef Ram Appadoo, seit mehr als drei Jahrzehnten tief verwurzelt in der mauritischen Küchentradition. Er interpretiert das kulinarische Erbe der Insel mit französischer Finesse und handwerklicher Präzision. Lokale Produkte, überlieferte Rezepte, zeitgemässe Techniken – alles greift ineinander und ergibt eine Küche, die sich ihrer Herkunft bewusst ist, ohne stehen zu bleiben.
Und dann wäre da noch Le Potager du Château – der hauseigene Gemüsegarten, nur wenige Meter vom Herrenhaus entfernt. Morgens geerntet, abends auf dem Teller. Kräuter, Gemüse und essbare Blüten bestimmen den Rhythmus der Küche. Farm-to-Fork nicht als Konzept, sondern als Selbstverständnis.
Französische Gourmetküche mit Inselcharme
Kulinarisch spielt das Château fein, aber nie abgehoben. Wir hatten mit dem hausgemachten Enten-Foie gras mit Mango-Gelee und der Légine, dem Patagonian toothfish, gleich zwei Gerichte auf dem Teller, die die Handschrift des Hauses sehr gut zeigen. Die Légine wird nicht umsonst gern als „Wagyu of the Sea“ bezeichnet – wegen ihrer buttrigen Textur und ihres aussergewöhnlich feinen, reichen Fleischs.
Spannend ist auch der Kontext: Der Fisch stammt nicht aus den Küstengewässern von Mauritius, doch Port Louis gilt seit Jahren als wichtiger Umschlagplatz für Patagonian toothfish aus antarktischen Gewässern. Mauritius spielt also im internationalen Handel und bei der Kontrolle dieser begehrten Art eine relevante Rolle – auch wenn der Fisch selbst nicht vor der Insel schwimmt.
Le Château de Bel Ombre: Gut zu wissen
Das Dinner im Château ist nicht im All-Inclusive-Paket enthalten, eine Reservation ist nötig – und absolut lohnenswert. Du musst übrigens kein Hotelgast sein. Das Restaurant ist bis 22.30 Uhr geöffnet, ein Shuttle verbindet es bequem mit beiden Heritage-Hotels. Wenn du etwas zu feiern hast oder es besonders romantisch magst, erwähne das bei der Reservation – oft wird dir ein passender Tisch oder ein entsprechendes Menü vorgeschlagen.
Wer den Abend vollständig abtauchen möchte, kann im Château auch übernachten: Die Magical Night bietet eine Suite mit Himmelbett und Butler-Service – ein Angebot, das rar ist und bei nur einer Suite auch schnell ausgebucht.