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La Réserve Golf Links Mauritius: Links-Golf mit Meerblick an allen 18 Löchern

Der neueste Golfplatz auf Mauritius spielt sich wie ein Küstentraum — und fühlt sich an, als hätte jemand Schottland in den Indischen Ozean verfrachtet. Nur wärmer. 

Ich stehe am ersten Abschlag, irgendwo auf 180 Metern über dem Meer, und weiss nicht, wohin ich zuerst schauen soll. Vor mir ein Fairway, das sich wie ein grüner Teppich Richtung Ozean ausrollt. Rechts hügelige Graslandschaften, die im Wind wogen wie weiches Fell. Links die Silhouette der Berge von Bel Ombre, sanft zurückgelehnt, als hätten sie alle Zeit der Welt. Ich stehe ganz oben am ersten Tee. Was ich sehe? Dieses unfassbare, satte, beinahe unwirkliche Türkis, das sich bis zum Horizont erstreckt und mich für einen Moment vergessen lässt, dass ich eigentlich abschlagen sollte.

La Réserve Golf Links liegt an der Südspitze von Mauritius, dort, wo die Insel ihren ruhigsten, ursprünglichsten Charakter zeigt. Die Region Bel Ombre, einst geprägt von endlosen Zuckerrohrfeldern, hat sich in den letzten Jahren zu einer der eindrucksvollsten Golfkulissen im Indischen Ozean entwickelt. Der Platz, der erst im Dezember 2023 eröffnet wurde, sammelt mittlerweile mehr Auszeichnungen als mancher Kurs nach drei Jahrzehnten.

Und dann kam die offizielle Bestätigung, was viele Golfer:innen längst geahnt hatten: Im März 2026 stiess La Réserve Golf Links in die Golfweek’s Best Top 100 International Courses ein und belegt dort Rang 28 der besten Golfplätze ausserhalb der USA. Damit lässt der Kurs renommierte Anlagen in klassischen Golfdestinationen hinter sich und zementiert seinen Status als Nummer 1 in Afrika und im gesamten Indischen Ozean. Eine Auszeichnung, die für Mauritius so viel bedeutet wie ein Major-Sieg für einen aufstrebenden Tour-Profi. Nicht schlecht für einen Platz, der erst im Dezember 2023 eröffnet hat.

Aber du weisst ja: Geredet wird bekanntlich viel. Das Beste liegt immer im Auge des Betrachters. Was für den einen Superlative sind, ist für den anderen gerade einmal solider Standard. Umso schöner, dass wir uns selbst ein Bild machen dürfen.

Golfweg im La Réserve Golf Links Mauritius mit Blick auf das Meer

La Réserve Golf Links: Der Weg zum ersten Tee ist Teil des Erlebnisses

Zum Starterhaus fährst du gut 20 Minuten mit dem Buggy. Je höher du kommst, desto stärker verändert sich die Landschaft: Aus sattem Tropengrün werden silbrig-goldene Töne, dieses silver golden grass, ein Straussgras, das La Réserve seine fast filmische Links-Optik verleiht. Im Getränkehalter des Buggys steckt eine gebrandete Wasserflasche mit dem eleganten «LR»-Logo – ein schönes Detail, das zeigt, dass hier auch an Nachhaltigkeit gedacht wird.

Die Fahrt kurz vor 8 Uhr am Morgen ist ein Augenschmaus. Die aufgehende Sonne fängt sich im Gras, und die Spannung steigt spürbar, sobald sich die ersten Spielbahnen zwischen den weiten Flächen abzeichnen. Egal, wie gut gebucht der Tag ist – an den 15 Minuten Abstand zwischen den Flights wird hier nicht gerüttelt. Spielfreude hat hier klar Vorrang vor verkauften Greenfees – das erzählt Didier Gayat, Golfdirektor von La Réserve Golf Links. Und genau diese Gelassenheit begleitet dich vom ersten Moment an.

Am höchsten Punkt angekommen, empfängt dich der Starter gleich mit einem oft zelebrierten britischen Links-Ritual: einem Schluck Single Malt oder – ganz inseltypisch – Rum. Den einen mit Mango-Flavour, den anderen pur. In aller Herrgottsfrühe ist das durchaus ein Test der inneren Bereitschaft. Dazu gibt es Signature Cookies mit Erdnüssen, Schokolade und Streuseln – so gut, dass ich am liebsten alle eingepackt und mit auf die Runde genommen hätte. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, dass im Halfway House bereits die nächsten süssen Verführungen auf mich warteten.

Überall sitzen kleine Vögel im silbrig schimmernden Gras, die man hier «Feddy» nennt. Es sind winzige Zitting Cisticolas, die sich im Straussgras verbergen. Kaum trittst du auf die Tee-Box, schiessen sie kurz zwitschernd in die Höhe, nur um gleich wieder im Gras zu verschwinden.

Golfplatz La Réserve Mauritius: 18 Mal Meerblick und kein einziges Mal Langeweile

Von hier an spielst du dich über drei unterschiedlich hoch gelegene Plateaus stetig bergab, immer näher zur Küste, bis dich das letzte Loch wieder einfängt. Und 18 Löcher auf La Réserve zu spielen, heisst vor allem eines: diesen Blick ständig vor dir zu haben. Auf die blaue Lagune, auf das Frederica Nature Reserve, auf die Küstenlinie des Indischen Ozeans.

Der Platz zieht sich entlang der Küste, mal näher am Wasser, mal etwas höher gelegen – aber immer mit dem Ozean im Blickfeld. Ja, offiziell ist von Meerblick an allen 18 Löchern die Rede. In der Praxis fühlt es sich eher so an, als würde der Blick permanent abschweifen. Ich zücke gefühlt ununterbrochen die Kamera meines iPhones oder drücke sie meinen Mitspielern in die Hand, um festzuhalten, was ich sehe – und um dir zu zeigen, dass es wirklich so ist.

All you see is the sea. Die Aussicht ist schon wirklich spektakulär. Auf 18 Löchern immer Meerblick – das haben nur das haben nur ganz wenige Golfplätze weltweit. Ein sicherer Stand schadet in solchen Momenten trotzdem nicht. Danke Footjoy

Schmale Tunnel und die Handschrift von Peter Matkovich

Schon früh wird klar, was Peter Matkovich liebt. Loch 2 erinnert mich in seiner Linienführung an Pinnacle Point in Südafrika: schmale Korridore, Blickachsen wie durch einen Tunnel und dieses ständige Gefühl, sich zwischen Mut und Vernunft entscheiden zu müssen. Meistens will man beides – und bekommt dafür sofort die Quittung. Ehrlich gesagt habe ich an dieser Stelle schon leicht Angst-Pipi in der Hose.

Es ist diese eigentümliche Mischung aus Ehrfurcht und Selbstzweifel. Man weiss, dass man diesen Schlag schon unzählige Male gemacht hat, aber in genau diesem Moment vertraut man sich selbst nicht blind. Und genau darin liegt die Spannung: Man kann es – und fürchtet trotzdem, dass es ausgerechnet jetzt nicht gelingt.

Überhaupt verlangt La Réserve nicht nach Gewalt, sondern nach Präzision. Zwar kannst du an vielen Löchern auch beherzt zum Driver greifen – vorausgesetzt, du bleibst schnurgerade oder setzt deinen Slice ganz bewusst ein. Viele Gäste spielen hier von Gelb, was für die meisten Handicaps die sinnvollste Wahl ist. Der Platz bleibt auch dann anspruchsvoll genug.

Didier Gayat, Golfdirektor von La Réserve Golf Links, erzählte, dass er einst mit Marcel Siem eine Runde gespielt habe. Gemeinsam hätten sie dabei gerade einmal sechs Bälle verloren. Man bedenke, dass sind echte Profis. 

Blick auf das Green mit Fahne am Loch 2
Das Grün von Loch 2.

La Réserve Golf Links auf Mauritius bietet von jedem Loch einen Panoramablick auf das Meer

Sieben Löcher liegen direkt am Ozean. Mehr als die Hälfte der Bahnen bietet direkten oder seitlichen Meerblick, ohne dabei monoton zu werden. Denn La Réserve ist kein klassischer Waterfront-Platz. 

Wenn du am Abschlag stehst und vor dir nichts ist als sattes Fairwaygrün, das direkt in den Ozean zu münden scheint. Die Fahne flattert irgendwo da unten vor dem endlosen Blau, und du fragst dich kurz, ob der Ball am Ende im Meer landen wird. Tut er nicht.
Wasser kommt an Loch 7 durchaus ins Spiel. Und übrigens: Die Tee-Box dort ist vermutlich die längste, die ich je gesehen habe. Der See ist allerdings nicht bloss hübsch inszeniert, sondern erfüllt eine ganz konkrete Funktion – er ist Teil des Bewässerungssystems.
La Réserve ist als GEO Certified® Development das erste Projekt dieser Art in Afrika. Auf rund 104 Hektar ehemaliger Zuckerrohrfelder wurde durch konsequente Renaturierung ein fein austariertes Mosaik aus Graslandschaften, Feuchtgebieten und offenen Wasserflächen geschaffen. Nachhaltigkeit ist hier kein Etikett, sondern Teil der DNA des Platzes.

View auf ein Green im Heritage Golf Club Mauritius

Wenn ich das Grün lese und der Ball genau dort endet, wo er soll – obwohl ich an meinem Putting-Game nichts geändert habe – könnte es am Ende doch am neuen Putter liegen. Danke Evnroll!

Strategie, Mangobäume und die Party der Flughunde

Es gibt Golfplätze, die brennen sich ein – nicht nur wegen ihres Layouts, sondern wegen allem, was drumherum passiert. Für mich ist La Réserve genau so ein Platz. Allein der Blick hinunter auf die Fairways: breit, sorgfältig von den Greenkeepern gestreift, das Grün satt und gepflegt. Während wir spielen, fährt in der Ferne ein Greenkeeper mit seinem Mäher durch die welligen Graslandschaften. An manchen Stellen erinnert die Erde an Chamarel und seine siebenfarbigen Flächen. 

La Réserve Golf Links ist bewusst offen angelegt. Eigentlich nur zwischen Loch 8 und 9 wird diese Weite kurz unterbrochen – von riesigen Mangobäumen, die in dieser Landschaft fast noch markanter wirken. Und ausgerechnet Loch 8 ist dann auch noch ein Loch ganz nach meinem Geschmack: strategisch, mit zwei Wegen zum Grün. Der eine direkter und riskanter, der andere länger und vernünftiger. Beides geht. Beides hat Konsequenzen.

Oben beim Grün hängen noch Mangos in den Bäumen, unten liegen bereits die abgefressenen Kerne. Ich habe den leisen Verdacht, dass sich hier in der Dämmerung die Flughunde zu ihren ganz eigenen Mango-Partys treffen.

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Nach der Runde: Das Clubhaus von La Réserve Golf Links

Als wir auf der 18 endlich den letzten Putt versenken, läuft auf der Terrasse des Clubhauses ausgerechnet Sting mit Every Breath You Take. Subtil ist anders – aber in diesem Moment erstaunlich passend.

Schon bei der Ankunft mit dem Shuttlebus war uns das moderne Gebäude aufgefallen. Klare Linien, Materialien und Perspektiven, die sich an der Umgebung orientieren. Stein, Holz, offene Flächen. Der Innenhof wirkt wie das offene Herz des Gebäudes – und genau das soll er wohl auch sein. Entworfen wurde das Clubhaus vom Pariser Architekturbüro Perrot & Richard, das unter anderem auch für Projekte wie das Grand Palais in Paris oder die Oper von Monte Carlo bekannt ist. Tropische Pflanzen, Licht, das von oben einfällt, natürliche Belüftung und die bewusste Integration einheimischer Vegetation prägen das Konzept. Dazu kommen Fassaden aus Vulkangestein, grosszügige Holzflächen und ein begrüntes Dach, das Regenwasser speichert und zugleich als Aussichtsterrasse dient.

Die Bar liegt im Herzen des Clubhauses, und an ihr geht niemand unbeachtet vorbei. Hohe Barhocker, eine gut sortierte Flaschenfront, warmes Licht unter einem Holzdach. Auf der Terrasse öffnet sich dann der volle Blick auf das, was man sich den ganzen Tag erspielt hat. Die Küche arbeitet mit lokalen und saisonalen Zutaten, mediterran-europäisch gedacht, mit mauritischem Einschlag. Ich hatte einen Caesar Salad mit Crispy Chicken. Den Wein dazu gibt es von Ernie Els.

Ist La Réserve Golf Links ein echter Links-Course?

Die Frage stellt sich jeder, der den Namen zum ersten Mal liest. Die Antwort? Ja und nein. Zwar regnet es im März fast täglich, doch der Boden bleibt hart genug für langen Roll. Der Wind ist da, meldet sich regelmässig zu Wort, verzichtet aber auf grössere Tyrannei.

La Réserve unterscheidet sich vom klassischen Links vor allem durch seine moderne Auslegung mit mauritischer Handschrift. Statt flachem Dünenland liegt der Platz auf einem erhöhten Küstenplateau. Peter Matkovich und Louis Oosthuizen setzen architektonisch auf klare Linien, präzise Bunker und moderne Grünkomplexe – also eher bewusstes Design als historische Zufallsromantik. Die Links-DNA ist trotzdem unverkennbar.

Und apropos: Das erste Tour-Event auf diesem Platz gewann Co-Designer Louis Oosthuizen gleich selbst. Ein Schelm, wer da an Heimvorteil denkt.

Auszeichnungen La Réserve Golf Links: Warum dieser Platz so schnell so viel Aufmerksamkeit bekam

La Réserve sammelt seit seiner Eröffnung Auszeichnungen. World’s Best New Golf Course 2024, diverse Nominierungen bei den World Golf Awards, Design-Trophäen, Rankings und Traveller-Titel – und das alles innerhalb kürzester Zeit.

Auch der Heritage Golf Club Mauritius insgesamt zählt zu den führenden Championship-Golfanlagen der Insel, gehört zu den 100 besten Luxus-Golfresorts weltweit und wurde bereits achtmal als bestes Golfresort im Indischen Ozean ausgezeichnet. CNN Travel führt die Anlage zudem unter den Top 10 Golfplätzen Afrikas. Viele Auszeichnungen, ja. Aber wir wissen: Am Ende zählt, was auf dem Platz passiert. Und genau dort liefert La Réserve.

Greenfee La Réserve Golf Links: Preise und Praktisches

Hotelpakete mit Greenfee: So funktioniert Golf über die Heritage Resorts

La Réserve Golf Links ist über die Heritage Resorts buchbar, sowohl für Hotelgäste als auch für externe Golfspielerinnen und Golfspieler, die Mauritius als Golfreise-Destination gewählt haben. Für Hotelgäste liegt die Greenfee bei rund 200 Euro, externe Gäste werden nur auf Anfrage und bei Verfügbarkeit angenommen und zahlen etwa 300 Euro. Der Club hat über 300 Mitglieder, und trotzdem wird von den 15 Minuten Abstand zwischen den Flights nicht abgewichen. Vorrang hat hier ganz offensichtlich die Spielfreude und nicht die maximale Anzahl verkaufter Greenfees. Das erzählt uns der Golfdirektor beim gemeinsamen Lunch. 

Besonders interessant für Golfspielerinnen und Golfspieler, die länger bleiben: Das höchste Hotelpaket, das sogenannte Gourmet Bliss beziehungsweise Premium All-Inclusive, beinhaltet bei sieben Nächten eine Greenfee auf La Réserve. Neben kulinarischen Leistungen und zusätzlichen Hotelvorteilen wird aus Luxus so plötzlich auch Logik.

Buggys sind im Greenfee inbegriffen, was bei den Höhenunterschieden auch dringend zu empfehlen ist. Die Transferfahrt vom Hotel Telfair oder Awali zum Clubhaus La Reserve dauert rund 20 Minuten und fährt alle halbe Stunde.

Le Château: der klassische Schwesterplatz von La Réserve Golf Links

WAS AUCH NOCH SPANNEND IST