Der Legend Course im Constance Belle Mare Plage auf Mauritius ist weit mehr als nur der erste Golfplatz des Resorts. Seit 1994 zählt er zu den grossen Klassikern der Insel und begeistert mit einer Kulisse, die tropischer kaum sein könnte. Man sagt, der Platz sei aus indigenem Wald und einem ehemaligen Jagdrevier herausgeschnitten worden. Und tatsächlich haftet ihm bis heute eine besondere Atmosphäre an. Noch vor nicht einmal zehn Jahren grasten hier Herden von Java-Hirschen mitten auf den Tee-Boxen und machten deutlich, dass Golf auf Mauritius immer auch ein Naturerlebnis ist.
Für alle, die einen Golfurlaub auf Mauritius planen, gehört der Legend Course zu jenen Plätzen, an denen kaum ein Weg vorbeiführt. Er verbindet Resort-Komfort mit sportlicher Qualität und einer Souveränität, die ihn seit Jahren zu einer festen Grösse auf der Insel macht. Viele beschreiben ihn als anspruchsvoll, und nicht ohne Grund wird hier im Juni auch die LPGA Tour gastieren. Ich selbst habe ihn allerdings als sehr fair und angenehm spielbar erlebt. Doch darauf komme ich später noch zurück.
Ein echter Mehrwert, den man im Golfurlaub auf Mauritius nur allzu gerne annimmt, ist die inbegriffene Greenfee für Hotelgäste im Constance Belle Mare Plage. Ein Detail, das den Aufenthalt nicht nur komfortabler macht, sondern auch ausgesprochen verführerisch. Denn man ertappt sich erstaunlich schnell dabei, noch eine Runde spielen zu wollen. Und dann noch eine. Kein Wunder also, dass viele Golferinnen und Golfer genau deshalb immer wieder hierher zurückkehren.
Wiedersehen mit dem Legend Course auf Mauritius
Der Legend Course liegt direkt beim Hotel, fast wie ein grüner Hintergarten. Zwischen Frühstück und erstem Abschlag liegen kaum fünf Minuten zu Fuss. Da ich in einer der hinteren Villen wohne, ist selbst das beinahe übertrieben. Viel näher am Platz kann man kaum sein.
Es ist 8 Uhr morgens. Über den Fairways hängt noch der feuchtwarme Dunst eines kurzen tropischen Regens, die Luft ist schwer. Alles scheint noch einen Moment zwischen Nacht und Tag zu schweben. Nur der Duft von frischem Kaffee ist schon da. Im Clubhaus Deer Hunter beginnt unser Morgen mit einem interkontinentalen Frühstück, bevor es hinaus auf die Runde geht. Wir kommen dabei keineswegs als Erste. Die ersten Startzeiten werden hier bereits ab 7 Uhr morgens vergeben.
Wie anspruchsvoll ist der Legend Course auf Mauritius wirklich
Ich kannte den Legend Course bereits vor 2016. Damals war ich golferisch noch deutlich grüner hinter den Ohren, und die Runde auf Mauritius gehörte zu meinen ersten zaghaften Golferfahrungen ausserhalb Europas.
Umso spannender war dieses Wiedersehen. Denn diesmal war vieles anders. Ich spiele heute sicherer, gelassener und mit mehr Gefühl für mein eigenes Spiel. Vieles von dem, was mir den Platz damals schwierig erscheinen liess, hatte seinen Schrecken verloren.
Man hört, dass der frühere Zuschnitt mit seinen engen Schneisen durch den dichten Wald bei manchen Gästen eher den Puls als das Feriengefühl erhöht hat. Verständlich.. Im Urlaub darf Golf fordern, aber vor allem mit einem gewissen Feel-Good-Faktor, nicht mit einer Portion Frustpotenzial.
Und genau das wurde hier mit bemerkenswert viel Feingefühl weiterentwickelt. Wo ich mich früher als Greenhorn durch ein Nadelöhr zielen sah, gibt mir das Layout heute Raum. Die Fairways wirken offener, die Linien klarer, der ganze Platz atmet mehr. Vielleicht liegt ein Teil dieses Eindrucks auch daran, dass ich heute besser golfe. Wer weiss das schon. Wahrscheinlich eine charmante Mischung aus beidem.
Urlaubsgolf auf Mauritius: Warum der Legend mehr kann als nur schön sein
Der Legend Course im Constance Belle Mare Plage ist alles andere als ein tropischer Spaziergang mit dem Golfschläger in der Hand. Hier geht es nicht um Tempo, sondern um Kontrolle. Entscheidend ist nicht, wie kraftvoll ein Schwung aussieht, sondern wie präzise der Ball dorthin findet, wo er hin soll. Präzision bleibt auf dem Legend essenziell, doch Perfektion ist nicht mehr die einzige Sprache, die dieser Platz akzeptiert. Ein leicht verzogener Schlag wird nicht sofort bestraft. Nur das Wasser zeigt sich unverändert konsequent und liegt nach wie vor genau dort, wo es strategisch am unangenehmsten ist.
Früher hatte dieser Platz noch seine ganz eigenen Platzhirsche. Dieses Mal allerdings hielt ich vergeblich nach ihnen Ausschau. Die Java-Hirsche gehörten auf dem Legend Course über viele Jahre fast schon selbstverständlich zum vertrauten Bild. Unsere Wiener Flightpartner, die hier seit Jahren immer wieder spielen, kommentierten ihr Verschwinden mit trockenem Humor: Die seien wohl alle gegessen worden.
Dafür flitzen Mungos über den Platz, und hin und wieder liegt eine riesige Echse dekorativ auf schwarzem Lavagestein in der Sonne, als wäre sie eigens dort drapiert worden. Inzwischen bin ich ziemlich sicher, dass ich eine gewisse Aura habe, die alles Animalische zuverlässig anzieht. Umso erleichterter war ich, dass mir hier, anders als in Spanien, wenigstens kein Wildschwein hinterhergelaufen ist.
Vor allem im Juni sitzen in manchen Büschen Spinnen in einer Grösse, die selbst routinierte Golferinnen und Golfer kurz innehalten lässt. Mein Rat, liebevoll formuliert und ganz ohne sportlichen Übermut: Wenn dein Ball dort landet, betrachte ihn im Zweifel lieber wie ich als stilvolle Opfergabe an die mauritische Fauna.
Der Legend ist ein Klassiker. Darüber muss man nicht diskutieren. Die einen halten ihn für schwer, die anderen für einen Resortplatz, der vor allem ältere Engländer glücklich macht. Ich würde sagen, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Vor allem aber ist er schön und wie gemacht für genau jene Art von Urlaubsgolf, die fordert, ohne den Genuss aus dem Spiel zu nehmen.
Wer möchte, kann den Legend mit dem Push-Trolley laufen. Die meisten steigen allerdings in den Buggy. Und ja, das ist auf Resortplätzen dieser Art immer ein kleiner Balanceakt, wenn man lieber zu Fuss unterwegs ist, denn früher oder später bremst man zwangsläufig die Buggy-Fraktion aus, was nicht selten zu dezent britischem Missfallen führt. Andererseits muss man sich bei 30 Grad und mehr als 90 Prozent Luftfeuchtigkeit auch nicht freiwillig noch einen Halbmarathon zumuten.
So schlängelt sich der Platz von Loch zu Loch, mit Wasser an den richtigen Stellen, mächtigen Banyanbäumen, die sich eindrucksvoll ins Spiel drängen, und schwarzen Lavasteinen, die unmissverständlich daran erinnern, dass Mauritius vulkanischen Ursprungs ist. Und wehe, dein Ball landet dort. Dann springt er entweder ins Nimmerland oder mit etwas Glück geradewegs zurück auf die Mitte des Fairways.
Das Inselgrün von Loch 17 am Legend Course
Mein persönlicher Krönungsmoment auf dem Legend Course ist Loch 17. Es fällt aus dem Rhythmus des Platzes. Ein Inselgrün. Ein Par 3, das weit mehr ist als nur fotogen. Der Schlag führt über das glitzernde Wasser der Bras Requin Bay. Du stehst am Tee, das Smartphone bereits in der Hand, weil es so schön ist, dass man diesen Moment fast zwangsläufig festhalten muss, und vergisst darüber beinahe, zum richtigen Eisen zu greifen. Fast.
Auf der gegenüberliegenden Seite sitzen die Ballsammler bereits unter dem schattenspendenden Baum und warten geduldig auf ihre nächste Beute. Doch nicht heute.
Schon vor zehn Jahren hat sich dieses Loch tief in mein Gedächtnis eingebrannt. Damals noch mit einer gehörigen Portion Respekt, wenn nicht sogar mit kleinen Angstzuständen, weil ich das Inselgrün schlicht nicht getroffen habe. Heute spiele ich hier ein Bogey.
Doch so malerisch dieses Loch auch wirkt, so wenig bleibt es reine Kulisse. Die Nähe zur Küste bringt Wind, und zwar Wind mit Charakter. Die Böen ziehen mit Nachdruck über die Bahn, mischen sich ungefragt in deine Schlägerwahl ein und machen aus dem Postkartenblick sehr schnell eine konkrete Frage an Timing, Linie und Nervenstärke.
Die Brise ist warm, die Luft salzig. So wird der Wind weniger zum Gegner als zu einem kapriziösen Mitspieler. Du stehst dort, atmest tief ein, spürst die Gischt in der Luft und weisst noch bevor der Ball landet, dass sich Golf im Paradies genau so anfühlt.
Deer Hunter im Constance Belle Mare Plage: Clubhaus mit Aussicht
Die 18 führt, wie soll es anders auch sein, zurück zum Clubhaus des Legend Golf Course. Deer Hunter heisst das Restaurant darin, und es erinnert mich in seiner Atmosphäre ein wenig an luxuriöse Safari-Zeltcamps. Grosszügige, weit gespannte Zeltstrukturen aus hellem Canvas legen sich wie leichte Segel über die Terrasse und schaffen einen fliessenden Übergang zwischen Innenraum und Landschaft. Dahinter ragen markante, kegelförmige Dächer aus dunklem Holz und Palmblatt in die Höhe.
Gerade an einem Ort wie diesem ist das eine kluge architektonische Lösung. Auf Mauritius können heftige Regengüsse aus dem Nichts einsetzen, und dann ist man dankbar für einen trockenen Platz. Auch wir schaffen es gefühlt in letzter Minute unter das schützende Dach.
Am Abend verwandelt sich das Clubhaus in eines der beliebtesten À-la-carte-Restaurants des Belle Mare Plage. Die Aussicht auf den stillen See im Fackellicht verleiht dem Ort eine romantische Stimmung und macht ihn zu einer wunderbaren Adresse für ein Dinner zu zweit. Auf den Teller kommen Wild, Fisch und kreolische Küche. Der grosse Weinschrank ist dabei erfreulicherweise nicht bloss Zierde, und auch bei den Drinks zeigen die charmanten Kellner eine ziemlich treffsichere Hand.
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Echte Bilder vom Legend Golf Course, Mauritius
Dass die Greenfees für Gäste im Belle Mare Plage bereits inbegriffen sind, gehört zu jenen leisen Luxusfaktoren, die man als Golfreisende auf Mauritius besonders zu schätzen weiss. Für viele ist genau das ein sehr guter Grund, immer wieder hierher zurückzukehren.
Damit das Golferlebnis vor Ort dann auch wirklich ungetrübt bleibt, lohnt sich vor der Buchung ein kurzer Blick ins Kleingedruckte.
Was du bei der Verpflegung wissen solltest:
Halbpension
Wenn du dich für die Halbpensions-Variante entscheidest, sind Club Car und Practice Balls in der Regel nicht inbegriffen und werden separat verrechnet. Gerade am Links Course mit seinem teils hügeligen Gelände ist das kein ganz unwichtiges Detail.
All Inclusive
Wenn du im All-Inclusive-Paket wohnst, wird es auch rund um die Runde deutlich entspannter. Club Car und Practice Balls sind hier bereits inbegriffen. Ein kleines Privileg mit grosser Wirkung. Vor allem dann, wenn du nach 18 Löchern feststellst, dass ein Golftag auf Mauritius eigentlich erst zur Halbzeit angekommen ist.
Non-Residents
Die Greenfees im Constance Belle Mare Plage auf Mauritius für den Legend Course und den Links Course variieren je nach Saison, liegen aber oft zwischen 110 und 175 Euro.
Der Schwester-Golfplatz links der Strasse im Belle Mare Plage
Der Links Course im Constance Belle Mare Plage: Warum der Name täuscht
Der Name sagt Links Course, das Gelände sagt erst einmal etwas ganz anderes. Wer hier einen klassischen Links mit Dünensand, Meergras
