Beinahe hätten wir sie angefahren. Pardon: übersehen. Hinter einer Kurve, verdeckt von einem Busch, liegen junge Löwen mitten auf der Sandpiste, lang ausgestreckt, die Pfoten von sich gestreckt, als hätte ihnen niemand gesagt, dass hier gelegentlich ein Safarifahrzeug vorbeikommt. Brad bremst. Wir halten die Luft an. Die Löwen heben gelangweilt den Kopf.
Es ist nicht das erste Mal, dass wir die Bande dabei erwischen. Die Fahrspur scheint ihr erklärter Lieblingsplatz zu sein – warm, übersichtlich, und das Gras kitzelt nicht am Bauch. Nach dem dritten Mal hören wir auf, uns zu wundern.
Willkommen im Shamwari Private Game Reserve.
Safari in Shamwari: Weniger Trubel, mehr Wildnis
Wer schon im Kruger unterwegs war, kennt das: geteerte Strassen und bei einer guten Sichtung schnell mal eine kleine Kolonne aus Mietwagen und SUVs, die sich mehr oder weniger geduldig hintereinander einreiht. In Shamwari sieht Safari anders aus. Hier geht es über Sandpisten, holpernd Hügel hinauf, durch enge Buschkorridore und über kleine Berge, die wir im Eastern Cape so gar nicht erwartet hätten. Und dabei liegen nicht nur Löwen mitten auf der Piste – manchmal zwingt uns auch eine Schildkröte zum Boxenstopp. Das ist Safari, wie sie im Bilderbuch steht – inklusive der obligatorischen südafrikanischen Buschmassage, bei der du im offenen 4×4 ordentlich durchgeschüttelt wirst.
Entsprechend ist der Safari-Look. Khaki, Fleece, mehrere Schichten übereinander, dazu feste Schuhe eigentlich Pflicht. Wer mit Sommerkleidchen und Sandalen fürs Instagram-Foto anreist, merkt spätestens beim ersten Morgendrive, dass der Busch keinen Dresscode hat, wohl aber eine Temperatur und die Wärmflasche da auch nicht mehr hilft.
Vom Farmland zum Big-Five-Reservat: 25’000 Hektar Shamwari
Kaum zu glauben, dass dieses Land einmal Farmland war. Seit 1992 wurden Zäune abgebaut, Böden durften sich erholen und die Wildtiere kehrten zurück. Heute umfasst Shamwari mehr als 25’000 Hektar im malariafreien Eastern Cape, etwa 75 Kilometer von Gqeberha, dem ehemaligen Port Elizabeth, entfernt. Fünf der neun südafrikanischen Biome treffen hier aufeinander, und die Landschaft wechselt unterwegs ständig ihr Gesicht: Flüsse schneiden sich durch tiefe Täler, dazwischen öffnen sich weite Ebenen, und immer wieder bringen Wildblumen Farbe in den Busch. Das Reservat gilt als eines der besten privaten Wildschutzgebiete der Region.
Statt der gelbbraunen Dornensavanne, die wir weiter nördlich erlebt haben, zeigt sich das Reservat bei unserem Besuch erstaunlich grün. Gut, es hat in den vergangenen Monaten mehrfach auch heftig geregnet. Die Spuren sind kaum zu übersehen: Schlamm gehört gerade zum Landschaftsbild, und der Fluss führt laut Brad so viel Wasser wie seit rund 30 Jahren nicht mehr. Entsprechend satt präsentiert sich die Natur.
Über dieses riesige Gelände verteilen sich sechs Lodges und ein Explorer Camp. Unser Zuhause ist Sindile, ein Adults-only-Camp, das erhöht über dem Bushman’s River liegt – und schon bei der Ankunft ziemlich deutlich macht, dass Safari hier noch einmal anders aussieht. Auf unseren Game Drives entdecken wir die Zelte später immer wieder aus der Ferne: kleine helle Flecken im vielen Grün, hoch über dem Fluss und fast Teil der Landschaft.
Zum Reservat gehört aber auch ein besonderer Ort, an dem es nicht ums Aufspüren wilder Tiere geht: Gemeinsam mit der Born Free Foundation betreibt Shamwari zwei Big Cat Sanctuaries für Löwen und Leoparden. Dazu später mehr.
Game Drives in Shamwari: Warum ein guter Ranger den Unterschied macht
Shamwari bedeutet auf Shona «Freund». Insgesamt arbeiten hier 43 Guides und Ranger, alle mit hoher Ausbildung. Unserer heisst Brad, und wir mögen ihn vom ersten Moment an. Brad gehört nicht zu den Guides, die jede Minute mit Zahlen und Anekdoten füllen. Er fährt, schaut, hört zu. Und wenn er etwas sagt, sitzt es: fachlich fundiert, ohne Show. Man merkt, dass da jemand sein Handwerk von Grund auf gelernt hat. Genau diese Ruhe tut der Safari gut. Man lernt, selbst zu schauen. Und man merkt schnell: Brad sieht Dinge, bevor wir überhaupt wissen, dass es sie gibt.
Die schönsten Momente dieser Tage gehören den Löwen. Da sind die drei Kleinen, gerade einmal vier Monate alt, die ihre Show abliefern, als hätten sie gewusst, dass heute Publikum kommt. Wir sind ein dankbares Publikum. Sehr dankbar sogar.
Und dann die Teenager-Gang. Zwei junge Männchen, zwei Weibchen, alle rund anderthalb Jahre alt – und alle hängen noch immer am Rockzipfel der Löwenmama. Gross genug, um Respekt einzuflössen, jung genug, um sich wie eine Clique auf dem Pausenhof zu benehmen. Es sind genau diese vier, die wir immer wieder mitten auf der Strasse liegend antreffen. Einmal so gut hinter Busch und Kurve versteckt, dass wir sie erst im letzten Moment entdecken.
Was auffällt: Wie gelassen hier alle sind. Löwen sind im Grunde sehr grosse Katzen mit ausgeprägtem Talent zum Nichtstun, bis zu 20 Stunden am Tag ruhen sie. Wer erwartet, dass sie majestätisch durch die Savanne schreiten, wird liebevoll enttäuscht. Meistens sehen wir sie in der Horizontalen.
Nashörner in Shamwari: Warum sie hier ihre Hörner behalten
Shamwari trägt das Nashorn im Logo. Nach ein paar Ausfahrten verstehen wir, warum. Hier leben Breitmaul- und Spitzmaulnashörner, also weisse und schwarze. Und anders als in vielen anderen Reservaten Südafrikas werden ihnen die Hörner hier nicht entfernt. Das ist ein Statement, und ehrlich gesagt eines, das wir sehr sympathisch finden: Man schützt das Tier, statt es vorsorglich zu verstümmeln. Ein Teil der Conservation Levy, die jeder Gast pro Nacht bezahlt, fliesst genau in diesen Schutz gegen Wilderei.
Einmal folgen wir mit Brad den Spuren eines Nashorns, das offenbar ziemlich schlechte Laune hat und auf der Suche nach einem Kontrahenten ist. Und plötzlich sind wir mittendrin: Keine fünf Meter vor unserem Safari-Fahrzeug schnüffelt Mr. Rhino ausgiebig im Dung seines Widersachers.
Ob die beiden ihre Differenzen später noch persönlich geklärt haben, wissen wir nicht. Unser Nashorn ändert jedenfalls spontan seine Prioritäten. Statt weiter dem Rivalen zu folgen, macht es sich ziemlich zielstrebig auf den Weg zu einer Nashornkuh mit Kalb, die wir kurz zuvor ebenfalls gesehen haben.
Safari-Wetter im September: Heute Poncho, morgen Plunge Pool
Safari ist nicht immer goldenes Licht und romantischer Staub. Einer unserer Game Drives ist schlicht kalt. Regen, Wind, und weil das Fahrzeug zwar ein Dach hat, an den Seiten und vorne aber komplett offen ist, bekommen wir den Fahrtwind samt Sprühregen direkt ins Gesicht. Zum Glück liegen Regenponchos, Decken und Wärmflaschen bereit.
Am nächsten Tag das Gegenprogramm: ein hitziger Sommertag, als hätte jemand über Nacht den Schalter umgelegt. Und plötzlich ist der beheizte Plunge Pool auf unserem eigenen Deck die beste Idee des Tages.
Ein Tag in Shamwari: Game Drives, Afternoon Tea und Sundowner – alles inklusive
Shamwari ist ein All-inclusive-Konzept, und der Tag folgt einem Rhythmus, an den man sich erstaunlich schnell gewöhnt. Gegen 5 Uhr kommt der Weckruf, um 6 Uhr sitzt du im Fahrzeug. Die Tiere sind am frühen Morgen besonders aktiv, die Luft ist frisch, das Licht noch blass. Gegen 9 Uhr geht es zurück zur Lodge, wo bereits das Frühstück wartet.
Der Vormittag gehört dir. Die eine von uns rudert sich im kleinen Gym aus, der andere verschwindet lieber gleich mit einem Glas Wein aufs Deck und philosophiert mit den anderen Gästen über das Leben. Ab 13 Uhr gibt es einen leichten Lunch, und wer möchte, stärkt sich vor der zweiten Ausfahrt beim Afternoon Tea noch einmal mit kleinen Häppchen. Der Nachmittagsdrive reicht bis in die goldene Stunde und endet meist mit einem Sundowner irgendwo im Busch – bei uns wie wir es und gewünscht haben mit Rotwein, Biltong und Gemüsesticks und einem fantastischen Sonnenuntergang. Gegen 19 Uhr sind wir zurück, danach folgt ein Drei-Gänge-Dinner.
Sindile Lodge: Neun Luxuszelte über dem Bushman’s River
Sindile ist das Flaggschiff der Shamwari Gruppe und besteht aus gerade einmal neun freistehenden Zelten, erhöht über dem Bushman’s River. Wir wohnen in Nummer 8, einer Premier Tented Suite, und die Privatsphäre ist vollkommen. Man hört den Busch, man sieht den Busch, aber keinen Nachbarn.
Sindile bedeutet auf isiXhosa «Überlebende». Benannt ist die Lodge nach einer Leopardin, der Matriarchin der Shamwari-Leoparden, und genau so fühlt sich der Ort an: geschützt, ein wenig erhöht, mit weitem Blick über das Revier. Katzenhalter kennen das. Der Lieblingsplatz ist immer der, von dem aus man alles im Blick hat.
Tented Camp statt Camping: Tented Camp auf Premium-Niveau
Tented Camp heisst in Sindile übrigens nicht Camping – und auch nicht Glamping im klassischen Sinn. Das hier ist Premium-Luxus, nur eben unter Canvas. Der Unterschied zur klassischen Lodge liegt vor allem in der Hülle: Statt Mauern spannt sich Zeltstoff über ein festes Holzfundament. Dadurch bleibt der Busch hörbarer, näher und unmittelbarer, beim Komfort werden dagegen keine Abstriche gemacht. Unser Zelt Nummer 8 ist grosszügig geschnitten, mit viel Raum zum Wohnen und allem, was man von einer Lodge dieser Kategorie erwartet. Kalt ist es hier nicht, eng erst recht nicht.
Unter der hellen Zeltdecke laufen Lederriemen entlang, an der Wand hängen gerahmte Muster neben einer tierischen Schwarz-Weiss-Fotografie aus dem Busch – und keinen Safari-Kitsch aus Zebrafell und Speerattrappen, den man anderswo gerne mal bekommt. Das Bett steht, umhüllt von weissen Vorhängen, mitten im Raum.
Dazu eine frei stehende Badewanne, eine Dusche drinnen und eine zweite draussen. Und rundherum die grosse, umlaufende Terrasse mit dem Plunge Pool: Am Morgen schauen wir von hier in den Sonnenaufgang, am Abend in den Sonnenuntergang. Und einmal in ein Gewitter, das über die Hügel zieht und die Landschaft in grelles Licht taucht. Jeden Abend, ganz gleich wie warm der Tag war, macht uns unser Butler Bulelani das Feuer im Zelt an.
Überhaupt, die Menschen. Alle hier sind ausgesprochen herzlich, offen und unkompliziert. Man fühlt sich nicht wie ein Gast, der nach zwei Nächten wieder abreist, sondern willkommen. Auf dem Haupthaus-Deck mit den hellen Sesseln findest du immer jemanden, der für einen Scherz zu haben ist.
Kulinarik in Shamwari: Tapas aus dem Eastern Cape und Dinner mit Talblick
Gegessen wird in Sindile im Haupthaus mit Blick über das Tal und auf das Wasserloch, in das sich gerade ein Büffel hörbar mit Anlauf stürzt. Statt eines schweren Menüs bekommen wir zum Lunch eine Tapas-Karte, die sich einmal quer durchs Eastern Cape und wieder zurück probiert: Fish Cakes aus regionalem Line Fish mit Aprikosen-Tartarsauce, Pulled Pork im Vetkoek Bun, Heritage Tomatoes mit lokaler Ricotta und Cape Olives oder ein gegrillter Beef-Spiess aus dem Eastern Cape mit geröstetem Knochenmark und Chakalaka-Püree. Selbst die geräucherte Forelle aus Franschhoek bekommt als «Sushi» ihren Auftritt.
Wir machen es so, wie Tapas gedacht sind: Alles kommt in die Mitte. Unkompliziert, frisch und genau das Richtige, bevor es am Nachmittag wieder hinausgeht. Die Weine kommen aus Südafrika und sind, sofern sie zur Hausauswahl gehören, im Aufenthalt inklusive.
Am Abend wechselt die Küche noch einmal den Takt. Dann wird aus dem entspannten Teilen ein Drei-Gänge-Menü, feiner angerichtet und deutlich raffinierter komponiert. Auch hier treffen südafrikanische Produkte und Aromen ganz selbstverständlich auf internationale Einflüsse. Genau das gefällt uns: Die Küche ist kreativ und modern, verliert dabei aber nie den Bezug zu dem Land, in dem wir gerade unterwegs sind.
Born Free Big Cat Sanctuary in Südafrika: Gerettete Löwen in Shamwari
Es ist schon dunkel, als wir nach dem abendlichen Game Drive mit Brad auf dem Rückweg sind. Plötzlich geht hinter einem Gebüsch ein Röhren los, das nicht nur durch die Luft, sondern gefühlt direkt durch den Brustkorb geht. Laut. Tief. Und verdammt nah. Wir erschrecken und sind gleichzeitig elektrisiert. Es klingt, als würden zwei männliche Löwen direkt hinter diesem Busch stehen und in die Dunkelheit rufen. Brad dagegen amüsiert sich sichtlich.
Und tatsächlich liegen wir mit unserer Vermutung gar nicht so falsch. Nur bei einem entscheidenden Detail. Die beiden Löwen sind ganz in der Nähe – allerdings nicht frei im Reservat unterwegs. Was wir in diesem Moment noch nicht wissen: Die eindrucksvollen Stimmen gehören zu zwei Bewohnern des Born Free Sanctuary. Am nächsten Morgen werden wir sie kennenlernen.
Weil das Sanctuary nicht weit von Sindile liegt, hört man die Löwen auch nachts im Zelt. Oder sind es doch die freien Löwen draussen im Reservat? Unterscheiden lässt sich das nicht. Schön ist es so oder so.
Tsar und Jamil: Von der Ukraine nach Shamwari
Tsar und sein Bruder Jamil wurden im Januar 2021 in einem ukrainischen Zoo geboren, als winzige Junge ihrer Mutter weggenommen und an eine Farm verkauft, wo sie als Touristenattraktion dienten. Sie waren mangelernährt und litten unter Kalziummangel, Tsar sogar unter Knochenbrüchen. Nach ihrer Übergabe an ein Rettungszentrum in Kiew kam der Krieg. Anfang 2022 wurden die Brüder über Polen nach Belgien ins Natuurhulpcentrum evakuiert, bevor ihre Reise im März 2024 weiterging: per Frachtflug nach Johannesburg und anschliessend mehr als 1’000 Kilometer auf der Strasse bis nach Shamwari. Heute leben sie in einem Buschgehege von rund einem Hektar.
Born Free betreibt bei Shamwari seit 1996 zwei Schutzbereiche für Grosskatzen. Derzeit leben dort 14 Löwen und Leoparden, die aus Zirkussen, Zoos, illegaler Privathaltung oder Zuchtanlagen gerettet wurden. Übrigens lebt hier auch ein schwarzer Leopard: Mowgli, ein melanistischer Leopard aus einem geschlossenen Zoo in Bloemfontein. Ein Zoo ist das Sanctuary aber ausdrücklich nicht. Pro Gehege gibt es nur eine Aussichtsplattform, kein Streicheln, keine Fotos auf Tuchfühlung. Die Tiere haben Ruhe, Raum – und vor allem das Recht, sich vor uns zu verstecken.
Aber warum werden die Tiere nicht in die Freiheit entlassen? Schlicht, weil sie es nicht können, sie können nicht jagen, sie können sich nicht verteidigen, sie haben es nie gelernt und könnten so nicht überleben.
Angela und die «Lions of Lockdown»
Von den Katzen zeigt sich uns an diesem Morgen nur eine: Angela, eine alte Löwin, geboren im August 2007. Ihre Geschichte ist keine leichte. Als Jungtier wurde sie gemeinsam mit Louga, Bellone und Saïda von einem französischen Zirkus an den nächsten verkauft. Jahrelang waren die vier ständig unterwegs, dressiert für Kunststücke vor lärmendem Publikum, zwischen blinkenden Lichtern und dröhnender Musik. Ihr Zuhause: ein rostiger Anhänger, kaum gross genug, um sich darin umzudrehen.
2018 gab der Besitzer die Tiere schliesslich ab, eine Auffangstation in Frankreich nahm sie auf. Dann kam Covid, und der geplante Umzug nach Südafrika verzögerte sich. Erst im Februar 2022 erreichten die vier als «Lions of Lockdown» Shamwari.
Heute ist Angela die Letzte von ihnen. Louga, Bellone und Saïda sind inzwischen gestorben. Sie liegt allein in der Sonne und döst, und bei all den Geschichten über Rettung für ein besseres Leben ist es ausgerechnet dieser Moment, der mir das Herz bricht. Ihre drei Weggefährtinnen haben es immerhin noch bis hierher geschafft. Nur gemeinsam alt werden konnten sie nicht.
Wir lieben Katzen in jeder Grösse. Diese Geschichten gehen uns entsprechend nahe. Und genau deshalb gehört das Sanctuary für uns zum Wertvollsten, was Shamwari zu bieten hat: nicht als Attraktion, sondern als Ort, an dem Tieren etwas von dem zurückgegeben wird, was Menschen ihnen genommen haben.
Warum Shamwari zu unseren liebsten Safari-Lodges gehört
Wir haben in Südafrika inzwischen einige Safari-Lodges erlebt. Shamwari gehört für uns zu den besten. Nicht wegen eines einzelnen spektakulären Moments, sondern weil das Gesamtpaket stimmt – und weil sich hier etwas einstellt, das auf Reisen erstaunlich selten geworden ist: Man kommt runter.
Vielleicht liegt es an der Kombination aus Raum, Ruhe und Zeit. Morgens sitzt man im offenen 4×4 und schaut einfach nur Tiere an. Dazwischen gibt es gutes Essen, ein Glas südafrikanischen Wein, eine Massage, die nach den holprigen Pisten ziemlich genau die richtigen Punkte trifft, und vor allem keinen Grund, sich über irgendetwas Gedanken zu machen. Selbst das Handy verliert irgendwann seinen Reiz.
Dazu kommen Menschen, die ihren Job nicht nur beherrschen, sondern einem das Gefühl geben, willkommen zu sein. Und selbst mit den anderen Gästen macht es Spass, nach dem Game Drive noch sitzen zu bleiben, sich bei einem Glas Wein auszutauschen und die Erlebnisse des Tages noch einmal durchzugehen. Vielleicht ist genau das für uns das eigentliche Wohlfühlpaket von Shamwari: Man bekommt viel geboten, ohne das Gefühl zu haben, ständig etwas erleben zu müssen.
Safari und Golf kombinieren: Von Shamwari an die Garden Route
Für uns ist Shamwari nicht nur ein Safari-Ziel, sondern auch ein ziemlich gutes Bindeglied auf einer Südafrika-Reise: erst ein paar Tage Busch, dann in rund vier Stunden westwärts an die Küste. Denn wer die Garden Route über Knysna und George bis Mossel Bay fährt, kann Safari ziemlich nahtlos mit Golf verbinden.
Von Shamwari kommend, beginnt die Golfreise entlang der Garden Route für uns bei Knysna mit Pezula und Simola. Weiter westlich rund um George warten mit Fancourt und seinen Plätzen Montagu, Outeniqua und The Links gleich mehrere grosse Namen, dazu kommt Oubaai oberhalb der Küste. Und wer die Route noch bis Mossel Bay verlängert, kann mit Pinnacle Point einen Platz dazunehmen, dessen Bahnen spektakulär entlang der Küste verlaufen.
Für uns ist das ohnehin eine der schönsten Arten, Südafrika zu bereisen: nicht zwei Wochen lang nur Safari und auch nicht jeden Tag 18 Löcher. Ein paar Tage Tiere beobachten, dann weiterziehen, Golf spielen, an der Küste bleiben und unterwegs wieder etwas völlig anderes sehen. Shamwari funktioniert dabei wie ein Bindeglied zwischen Busch und Birdie – auch wenn Letzteres bekanntlich deutlich schwieriger zu garantieren ist als eine gute Tiersichtung.
Golfen auf den Klippen: Pinnacle Point in Mossel Bay an der Garden Route
Der Pinnacle Point Golfplatz liegt hoch oben auf den dramatischen Klippen von Mossel Bay – ein echter Signature-Spot für Links-Liebhaber,
The Links Fancourt – Südafrikas Nr. 1 Golfplatz im Golf Digest Ranking 2025
The Links – Links oder nicht Links, das ist hier die Frage! Bevor hier irgendwelche Golf-Mythen die Runde machen: The
Simola Golf Estate, Knysna – Golf an der Garden Route
Man stellt sich das Simola Golf Estate in Knysna eigentlich anders vor. Südafrikanischer Hochsommer, Dezember bis Januar – Sonne satt,

Golfwahnsinn mit Aussicht: Pezula Golf Course in Knysna
Wenn es einen Golfplatz gibt, der mich komplett aus den Schuhen gehauen hat, dann ist es der Pezula Championship Golf
Anreise nach Shamwari: Mietwagen, Transfer oder Shamwari Air
Wer mit dem Mietwagen anreist, fährt bis zum Main Gate und zur Welcome Lounge South. Dort bleibt das Auto stehen – ab hier übernimmt Shamwari und bringt dich im eigenen Fahrzeug weiter zur Lodge. Wer wie wir mit dem Flugzeug anreist, wird direkt am Flughafen in Empfang genommen. Der Transfer wartet bereits, und nach rund einer Stunde Fahrt erreichen wir das Reservat.
Zurück nach Kapstadt geht es für uns mit FlySafair: Abflug in Gqeberha um 18.45 Uhr, Landung um 20.10 Uhr. Wer sich den Umweg über den Flughafen sparen möchte, kann den Shamwari Air Shuttle buchen. Er fliegt ab Kapstadt oder Johannesburg direkt zur eigenen Landebahn des Reservats – näher an die Safari kommt man mit einem Linienflug kaum.
Und noch ein paar Dinge, die vor dem Kofferpacken gut zu wissen sind: Shamwari liegt in einer malariafreien Region, und Kinder dürfen ab vier Jahren an den Game Drives teilnehmen und es gibt sogar eine eigene kindgerechte Lodge mit Spielplatz, Wasserrutschen und allem was sich Kinder wünschen.
Unsere Shamwari Bildergalerie
Bei NineteenGolf.Guide stehen echte Erlebnisse im Mittelpunkt. Alle Bilder auf dieser Website stammen aus eigener Produktion und zeigen Hotels, Golfplätze, Restaurants und Destinationen so, wie wir sie selbst erlebt haben – authentisch, ungestellt und ehrlich. Die Fotos wurden vom Nineteen-Team aufgenommen und unterliegen unserem Urheberrecht. Eine Verwendung ist möglich, ausschliesslich mit Quellenangabe „© NineteenGolf.Guide“