Vilamoura kennt jede Golferin und jeder Golfer. Zumindest vom Hörensagen. Der Flightpartner schwärmt jedes Frühjahr davon, im Clubhaus fällt der Name spätestens beim zweiten Glas Weisswein, und irgendwer war immer schon da. Aber ganz ehrlich: Was ist Vilamoura eigentlich? Ein Dorf? Eine Stadt? Ein Hafen mit angeschlossenen Golfplätzen? Die Antwort ist überraschender, als ein Spaziergang zwischen Fairways, Hotels und Villen vermuten lässt.
Vilamoura ist nicht gewachsen. Vilamoura wurde geplant. In den 1960er-Jahren kaufte der portugiesische Bankier Arthur Cupertino de Miranda ein riesiges Landgut bei Quarteira – je nach Quelle rund 1’600 bis 1’700 Hektaren Felder, Obstgärten, Weiden und Pinien. Statt einer weiteren Hotelsiedlung schwebte ihm eine komplette Ferien- und Wohnstadt vor: mit Yachthafen, Hotels, Golfplätzen, Wohnanlagen und Casino. 1965 wurde die Entwicklungsgesellschaft Lusotur gegründet, im März 1966 der erste städtebauliche Plan genehmigt – für die damalige Algarve eine kleine Revolution.
Ganz allein war Cupertino de Miranda mit dieser Idee allerdings nicht. Auf der anderen Seite der Grenze, in Andalusien, hatte der Unternehmer Joseph McMicking bereits 1962 Sotogrande gegründet – ebenfalls am Reissbrett, ebenfalls auf rund 1’800 Hektaren, ebenfalls mit Golf als Herzstück. Dort entwarf Robert Trent Jones 1963 den Real Club de Golf Sotogrande, und aus einem weiteren Trent-Jones-Platz wurde später Valderrama, Schauplatz des Ryder Cup 1997. Zwei Visionäre, zwei Länder, eine Erkenntnis: Wer Golfer anlocken will, baut ihnen am besten gleich eine ganze Stadt.
Selbst der Name Vilamoura ist jung: Früher hiess das Gebiet schlicht Quinta de Quarteira. Bei Cerro da Vila liegen allerdings die Überreste einer römischen Siedlung mit Bädern und Anlagen zur Fischverarbeitung. Vilamoura ist als Ferienort also jung – der Boden darunter hat fast 2’000 Jahre Erfahrung mit Gästen.
Fünf Golfplätze in Vilamoura: Erst der Golfplatz, dann die Yacht
Und jetzt das Detail, das jedes Golferherz höherschlagen lässt: In Vilamoura wurde Golf gespielt, bevor das erste Boot im Hafen lag. 1969 eröffnete der heutige Old Course, entworfen vom britischen Architekten Frank Pennink. Erst 1971 begannen die Aushubarbeiten für die Marina, und 1974 lief mit der Segelyacht Giralda das erste Schiff ein – sie gehörte dem Grafen von Barcelona, Juan de Borbón, Vater des späteren spanischen Königs Juan Carlos I. Ein standesgemässer Auftakt, aber eben nur der zweite.
Golf war hier also nie Beiwerk, sondern Gründungsidee. Heute zählt Vilamoura fünf 18-Loch-Plätze. Drei davon haben wir selbst gespielt – und jedem einen eigenen Artikel gewidmet:
Old Course Vilamoura: Golf unter Pinien auf der Grande Dame der Algarve – der Platz, mit dem 1969 alles begann. Ruhig, klassisch, mit viel britischer Golftradition.
Pinhal Golf Course Vilamoura – Parkland unter Pinien, etwas engere Bahnen und mitten durch eine Wohngegend. Vom Hilton Vilamoura bist du in einer Minute am Starter.
The Els Club Vilamoura: Ernie Els’ stilles Inland-Links an der Algarve – karg, lang, fast baumlos. Und so ruhig, dass wir während der ganzen Runde keinem anderen Golfer begegnet sind.
Warum Vilamoura fest in britischer Hand ist
Unser Fahrer Filip bringt es auf eine Zahl: Rund 75 Prozent der Gäste kommen aus Grossbritannien. Wir zweifeln keine Sekunde daran. Ob auf dem Fairway, im Hotel oder abends an der Marina – wir haben fast nur Engländer gesehen und vor allem gehört.
Die Liebe hat Tradition. Die ersten Jahrzehnte waren stark britisch geprägt, und laut der Chronik des Clube de Golfe de Vilamoura war die damalige Golfgesellschaft so exklusiv, dass ausgerechnet portugiesische Golfer nur schwer Zugang fanden. Erst 1985 öffnete sich daraus ein regulär organisierter Club. Ein britischer Architekt, britische Pioniere, ein kurzer Flug von der Insel und Englisch an jeder Theke – Vilamoura war für Briten nie Ausland, sondern eher die sonnigere Verlängerung des Heimclubs.
DETAILS: Wer heute hinter den Golfplätzen von Vilamoura steht
Wer in Vilamoura Golf spielt, kommt an einem Namen nicht vorbei: DETAILS. Alle fünf Plätze, vom Old Course über Pinhal, Millennium und Laguna bis zum privaten Els Club, werden von der portugiesischen Hotel- und Golfgruppe geführt. Ebenso das Hilton Vilamoura, in dem wir auf Einladung von DETAILS gewohnt haben, und das Hyatt Regency, das im Januar 2026 aus dem früheren Dom Pedro Vilamoura hervorgegangen ist.
Hinter DETAILS steht die britische Investmentgruppe Arrow Global, die über ihre Fonds seit 2021 gezielt etablierte Hotels und Golfanlagen übernimmt. DETAILS kümmert sich um Betrieb und Neupositionierung. Mit zwölf Golfplätzen, 26 Hotels und zehn Clubhäusern im Portfolio bezeichnet sich die Gruppe als grössten Golfplatzbetreiber Portugals.
Fertig ist das Projekt Vilamoura damit noch lange nicht. Aus dem Dom Pedro Marina soll ein Canopy by Hilton werden, und das frühere Victoria Golf Resort soll laut Joana Serra, Commercial & Marketing Director Sports & Leisure bei DETAILS, 2028 als erstes Fairmont Portugals wiedereröffnen. Vilamoura wurde einst als Vision auf dem Papier entworfen. Jetzt wird es offenbar ein zweites Mal neu gedacht.
Wie ernst es Arrow mit der Algarve meint, zeigt sich auch in Palmares bei Lagos. Dort sollen insgesamt mehr als 700 Millionen Euro investiert werden. Zum Projekt gehören unter anderem 29 Signature Residences, entworfen vom mit dem Pritzker-Preis ausgezeichneten Architekturbüro RCR Arquitectes, sowie das JW Marriott Algarve Palmares, das erste Hotel der Marke in Portugal.
Mit Edelweiss von Zürich nach Faro: das Golfbag fliegt gratis mit
Edelweiss fliegt ab Zürich direkt nach Faro, im Winterflugplan bis zu fünfmal pro Woche. Nach knapp drei Stunden landest du an der Algarve, und vom Flughafen Faro sind es nur rund 25 Kilometer bis Vilamoura. Für Golfer besonders praktisch: Bei Edelweiss reist das erste Sportgepäck bis 23 Kilogramm auf allen Flügen kostenlos mit, also auch das Golfbag.


