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Pinhal Golf Course Vilamoura: Parkland-Golf direkt am Hilton Vilamoura

Mitten auf der Runde schiebt sich hinter einem Grün plötzlich eine rosafarbene Fassade mit roten Türmchen ins Bild, gerahmt von Palmen und Schirmpinien. Der Pinhal Golf Course liegt direkt vor unserem Hotel, dem Hilton Vilamoura As Cascatas Golf Resort & Spa. Von der Rezeption bis zum Platz ist es eine Minute zu Fuss. Näher wohnen hier nicht mal die Villenbesitzer.

Begonnen hat der Tag allerdings früher. Es ist acht Uhr morgens, vor dem Clubhaus steht die Sonne noch tief und golden zwischen den Pinienkronen, die Bäume zeichnen sich schwarz gegen den orangefarbenen Himmel ab. Philipp schultert unsere beiden Golfbags gleichzeitig, eines links, eines rechts, und marschiert damit quer über das Pflaster dem Bag Attendant entgegen.

Und ja, heute nehmen wir das Cart. Nach drei Tagen und drei Golfplätzen melden sich irgendwann die Beine. Wir gehören ohnehin eher zur Kategorie Genussgolfer als zu denjenigen, die im Urlaub jeden Tag auf dem Platz stehen müssen. Golf ist für uns ein Teil des Reisens, aber längst nicht alles. Schliesslich wollen wir auch die Hotels, die Restaurants und das Leben abseits der Fairways geniessen. Und ab einem gewissen Alter darf man sich ruhig eingestehen, dass ein Golfurlaub kein Trainingslager sein muss.

Dabei liesse sich der Pinhal durchaus gut zu Fuss spielen. Einige Golfer ziehen mit ihren Push-Trolleys zwischen den Pinien hindurch, während die meisten, zumindest an unserem Spieltag, lieber im Cart unterwegs sind. Bequemer ist es allemal. Und bei manchen Golfpaketen ist der Buggy ohnehin schon inklusive.

Golfwagen auf einem ruhigen Weg
Die Sonne steht tief, als wir auf dem Pinhal Golf Course unterwegs sind. Zwischen den dunklen Baumstämmen fällt das erste Licht des Tages auf die Fairways.

Kiefernwald: Ein Golfplatz, der seinen Namen ernst nimmt

«Pinhal» ist das portugiesische Wort für Kiefernwald, und der Platz macht kein Geheimnis daraus. Schirmpinien, so weit das Auge reicht, mit flachen, ausladenden Kronen, die über den Fairways stehen wie halb aufgespannte Sonnenschirme. Die Stämme sind bis weit hinauf kahl, darunter wächst kein Rough, sondern ein Teppich aus Nadeln und rötlicher, sandiger Erde. Wer seinen Ball dort sucht, findet ihn meistens. Ob er von dort auch wieder herauskommt, ist eine andere Frage.

Später am Tag ist der Oktoberhimmel wolkenlos und so blau, dass er fast künstlich wirkt. Die tief stehende Sonne wirft die Schatten der Pinien in langen Streifen quer über die Spielbahnen. Auf dem Cartweg fahren wir mitten ins Gegenlicht, das zwischen den Stämmen hindurchbricht. Doch die Pinien sind nicht die einzigen ständigen Begleiter unserer Runde. Entlang praktisch jedes Fairways stehen Villen, mal direkt hinter den Bäumen, mal so nah, dass die gepflegten Gärten bis an die Grüns reichen. Weisse Mauern, Terrakottadächer, grosszügige Terrassen und private Pools prägen das Bild. Der Pinhal liegt nicht einfach in der Nähe eines Wohngebiets. Er schlängelt sich mittendurch, und die Villen gehören hier fast genauso selbstverständlich zum Platzbild wie die Pinien.

Pinhal Golf Course seit 1976: Frank Pennink, Robert Trent Jones Sr. und viel Geschichte

Pinhal ist der zweitälteste Platz Vilamouras. 1976 eröffnet, stammt das ursprüngliche Layout vom Briten Frank Pennink, der sieben Jahre zuvor schon den Old Course entworfen hatte. 1985 legte Robert Trent Jones Sr. Hand an und ergänzte Doglegs und Länge, ohne den Parkland-Charakter anzutasten.

Früher trug er den Namen Dom Pedro Pinhal. Heute gehört er, wie der Old Course und The Els Club, zu DETAILS, einem Unternehmen der Arrow-Global-Gruppe, das die Golfplätze von Vilamoura derzeit neu aufstellt. Und trotz seiner prominenten Architekten steht Pinhal ein wenig im Schatten seiner bekannteren Nachbarn.

Parkland in Vilamoura
Der Pinhal Golf Course wurde 1976 von Frank Pennink entworfen und 1985 von Robert Trent Jones überarbeitet. Sein Parkland-Charakter ist bis heute erhalten geblieben.

Pinhal Golf Course: Präzision statt Schlagweite

Und wie spielt er sich? Ganz ehrlich: Wer den Old Course kennt, erkennt hier vieles wieder. Auf Pinhal wirken die Spielbahnen vielleicht eine Spur enger, die Bäume rücken etwas näher ans Fairway. Wer hier die Linie verfehlt, spielt den nächsten Schlag oft unter tief hängenden Ästen oder aus einer Matte aus Piniennadeln hervor. Länge hilft wenig, Richtung umso mehr. Ansonsten spielen wir auch hier einen sehr schönen, gepflegten Parkland Course unter unzähligen Pinien. Wer den einen mag, wird den anderen kaum verschmähen.

Ein paar Bilder bleiben trotzdem hängen. An einem Grün plätschert ein Springbrunnen in einem kleinen Teich. Und über den Baumkronen ragt an einer Stelle ein Baukran in den Himmel, als kleine Erinnerung daran, dass Vilamoura noch längst nicht fertig ist.

Wobei das zur DNA des Ortes gehört. Vilamoura ist kein historisch gewachsenes Städtchen wie Lagos oder Tavira, sondern eine Ende der 1960er-Jahre am Reissbrett geplante Ferienstadt, in der Golf von Anfang an Teil des Konzepts war. Wo heute die Villen zwischen den Fairways stehen, gab es vor rund 60 Jahren kaum mehr als Sanddünen, Bauernhöfe und Pinienwald. Die Pinien sind geblieben.

Alle Bilder aus eigener Produktion: Bei NineteenGolf.Guide stehen echte Erlebnisse im Mittelpunkt. Alle Bilder auf dieser Website stammen aus eigener Produktion und zeigen Hotels, Golfplätze, Restaurants und Destinationen so, wie wir sie selbst erlebt haben – authentisch, ungestellt und ehrlich. Die Fotos wurden vom Nineteen-Team aufgenommen und unterliegen unserem Urheberrecht. Eine Verwendung ist möglich, ausschliesslich mit Quellenangabe «© NineteenGolf.Guide».

Alle zehn Minuten ein Flight: Warum es auf Pinhal lebhafter zugeht

Tiago, unser Starter, schickt alle zehn Minuten einen neuen Flight auf die Runde. Das merkt man. Auf vielen Bahnen sehen wir vor uns Carts auf dem Fairway stehen, hinter uns rücken schon die Nächsten an. Hektisch wird es dadurch nicht. Und obwohl auch auf dem Old Course am Vortag alle zwölf Minuten ein Flight startete, fühlt sich Pinhal spürbar belebter an.

Auch auf der Driving Range zeigt sich der Andrang. Sie ist, so erzählt uns Tiago, für die Menge an Golfern, die hier Tag für Tag durchgehen, schlicht zu klein. Deshalb wird gerade geplant, die gesamte Infrastruktur inklusive Range, Clubhaus und Restaurant zu erweitern und zu überarbeiten. Bis dahin gilt: Wer in Ruhe spielen will, bucht eher unter der Woche oder früh am Tag. Und wer über die Feiertage an die Algarve reist, sollte wissen, dass Pinhal laut Tiago über Weihnachten für einige Tage geschlossen ist, damit auch die Mitarbeiter Weihnachten mit der Familie verbringen können.

Auf die DETAILS kommt es an: Wie der Pinhal Golf Course schrittweise modernisiert wird

Dass sich hier etwas tut, sieht man auf der Runde. Neue Cartwege aus Pflastersteinen ziehen sich in sanften Kurven zwischen den Stämmen hindurch. Dahinter steckt ein Plan. Joana Serra, Commercial & Marketing Director Sports & Leisure bei DETAILS, hat uns beim Kaffee erzählt, dass nach dem Old Course und dem damaligen Victoria Course auch Pinhal an die Reihe kommt. Allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Während der alte Victoria Course für den heutigen The Els Club praktisch neu gebaut wurde, soll Pinhal ein Klassiker bleiben, der behutsam aufgewertet wird.

Am meisten Fingerspitzengefühl verlangt dabei ausgerechnet das, was dem Platz seinen Namen gibt. Die Schirm- und Strandkiefern werden gezielt gepflegt, zurückgeschnitten und ausgelichtet, einzelne Bäume auch entfernt. Das soll den Pinien guttun und den Spielbedingungen ebenso. Dazu kommen Investitionen in Maschinen, Personal und Platzpflege, elektrisch betriebene Greenkeeping-Fahrzeuge und ein neues Logo unter der Dachmarke Vilamoura Golf. Abgeschlossen ist das alles noch nicht, ein offizielles Enddatum gibt es nicht. Pinhal wird nicht über Nacht renoviert, sondern Schritt für Schritt modernisiert. Die eigentliche Kunst wird sein, den Platz besser zu machen, ohne ihm jene Pinien zu nehmen, die ihn seit 50 Jahren unverwechselbar machen.

Gut zu wissen: Die Golfplätze von Vilamoura

Vilamoura gehört zu den bekanntesten Golfdestinationen der Algarve. Mit dem traditionsreichen Old Course, dem von Pinien gesäumten Pinhal sowie Millennium und Laguna stehen vier öffentliche 18-Loch-Plätze zur Auswahl, die sich zur Freude der Golfer auch massgebend unterscheiden. Hinzu kommt der private The Els Club Vilamoura, der ausschliesslich Mitgliedern und eingeladenen Gästen vorbehalten ist. 

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