Die Hitze des Tages liegt noch in den Mauern, doch die Luft wird endlich angenehm. Hinter uns liegen 18 Löcher im Montecastillo Golf Resort, ein Spaziergang am Strand von Sanlúcar de Barrameda und ein spätes Abendessen mit Blick über das Wasser.
Jetzt machen wir genau das, was Sevilla am besten kann: Wir lassen uns treiben.
Sobald die Sonne untergeht, verändert die Stadt ihren Charakter. Die Hitze weicht einer angenehmen Wärme, die Fassaden beginnen im goldenen Licht zu leuchten und selbst die Geräusche werden leiser. Was tagsüber von Reisegruppen, Kameras und Stimmen geflutet wird, wirkt jetzt beinahe leer. Die Plaza de España gehört plötzlich nicht mehr den Touristenmassen, sondern den wenigen Menschen, die noch durch die Arkaden schlendern.
Genau deshalb lieben wir diese Stunden hier am meisten. Am Tag schaut man sich Sevilla an. Am Abend spürt man die Stadt.
Dann bleibt Zeit, stehen zu bleiben, die beleuchteten Bögen zu betrachten und ohne Eile weiterzugehen. Manche Städte beeindrucken bei Tageslicht. Sevilla entfaltet seinen ganzen Zauber erst, wenn es dunkel wird.
Sevilla bei Nacht: Die Plaza de España als erster Stopp
Unser Spaziergang beginnt dort, wo Sevilla ziemlich eindrucksvoll zeigt, was es architektonisch so draufhat: an der Plaza de España. Erbaut wurde sie für die Ibero-Amerikanische Ausstellung von 1929 nach den Plänen des Stararchitekten Aníbal González. Der halbkreisförmige Platz symbolisiert die Umarmung Spaniens mit den Ländern Lateinamerikas – ein schönes Bild, das heute noch genauso gut funktioniert wie vor fast 100 Jahren.
Tagsüber ist die Plaza beeindruckend, aber eben auch entsprechend gut besucht. Reisegruppen, Selfiesticks und Pferdekutschen teilen sich den Platz. Am Abend sieht die Sache ganz anders aus. Dann leuchtet der Springbrunnen in Rot, Lila und Blau, die beiden Türme zeichnen sich gegen den dunkelblauen Himmel ab und die roten Backsteine beginnen im warmen Licht zu strahlen. Plötzlich wirkt alles ein bisschen wie eine Filmkulisse. Was übrigens gar nicht so weit hergeholt ist: Die Plaza diente bereits als Drehort für Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger, Lawrence von Arabien und mehrere weitere Kinofilme.
Wir bleiben an der Brüstung stehen und schauen auf die Ruderboote, die im Kanal aneinandergereiht liegen. Eines dreht noch seine letzte Runde. Sehr romantisch – zumindest so lange, bis jemand rückwärts gegen die Kaimauer rudert und damit ganz nebenbei für allgemeine Belustigung sorgt.
Beim Weitergehen fallen uns die vielen Keramikbänke auf, die den gesamten Platz säumen. Jede erzählt die Geschichte einer spanischen Provinz – insgesamt sind es 48 kunstvoll von Hand geflieste Sitzbänke, auf denen historische Szenen und Wappen dargestellt sind. Ein schöner Ort für eine kleine Pause und gleichzeitig eine Reise durch ganz Spanien, ohne Sevilla verlassen zu müssen.
Ein Stück weiter schlendern wir unter den Arkaden entlang. Über dem Hauptturm hängt eine schmale Mondsichel, so perfekt platziert, als hätte jemand sie für diesen Abend inszeniert. Du musst hier nicht lange nach dem besten Fotospot suchen. Sevilla schenkt ihn dir einfach – und macht es dir verdammt schwer, die Kamera wieder einzupacken.
Zu Fuss durch Sevilla: Von den Gassen zur Kathedrale
Von der Plaza de España führt uns der Weg durch die schmalen, noch immer angenehm warmen Gassen Richtung Altstadt. Dabei merkst du schnell: Sevilla bei Nacht lebt von den kleinen Dingen. Ein beleuchteter Orangenbaum hier, ein offenes Patio dort – und hinter fast jeder Ecke sieht es so aus, als hätte jemand das Licht nur für diesen Moment eingeschaltet.
Am Portal der Kathedrale angekommen, öffnet sich der Blick auf die Giralda. Der Turm wurde im 12. Jahrhundert ursprünglich als Minarett der Grossen Moschee erbaut und nach der christlichen Rückeroberung Sevillas zum Glockenturm umfunktioniert.
Fun Fact: Wer ganz nach oben möchte, sucht vergeblich nach einer Treppe. Stattdessen führen 35 sanft ansteigende Rampen hinauf. Der Legende nach, damit der Muezzin damals hoch zu Pferd reiten konnte. Ob das tatsächlich immer so war, darüber streiten Historiker bis heute. Fest steht: Für Besucher sind die Rampen deutlich angenehmer als mehrere hundert Stufen.
Golden angestrahlt erhebt sich also die Giralda über den Platz, davor funkeln die Weihnachtslichter in den Orangenbäumen. Weihnachten in Andalusien fühlt sich anders an – milde Temperaturen statt Winterjacke, Orangen statt Tannenzweige und ein Lichtermeer, das der Stadt eine ganz besondere Atmosphäre verleiht. Wie Sevilla wohl im Hochsommer wirkt, wenn das Leben bis tief in die Nacht auf den Strassen stattfindet? Das möchten wir unbedingt ein anderes Mal herausfinden.
Bei NineteenGolf.Guide stehen echte Erlebnisse im Mittelpunkt. Alle Bilder auf dieser Website stammen aus eigener Produktion und zeigen Hotels, Golfplätze, Restaurants und Destinationen so, wie wir sie selbst erlebt haben – authentisch, ungestellt und ehrlich. Die Fotos wurden vom Nineteen-Team aufgenommen und unterliegen unserem Urheberrecht. Eine Verwendung ist möglich, ausschliesslich mit Quellenangabe „© NineteenGolf.Guide“
Dachterrasse in Sevilla mit Blick auf die Giralda
Und dann wäre da noch unser eigentliches Ziel des Abends: die Terraza Doña María. Die Dachterrasse des gleichnamigen Hotels gilt nicht ohne Grund als eine der bekanntesten Rooftop-Bars Sevillas. Sie ist täglich auch für Nicht-Hotelgäste geöffnet. Das Hotel selbst befindet sich in einem ehemaligen Stadtpalast aus dem 14. Jahrhundert – die Aussicht hingegen ist zeitlos. Von kaum einem anderen Ort scheinst du der Giralda so nahe zu sein, dass du fast glaubst, die Wetterfahne mit der Hand berühren zu können.
Wir bestellen, was in Sevilla fast schon zum Pflichtprogramm gehört: einen Gin Tonic mit Tanqueray Flor de Sevilla.
Im Frühling, erzählt uns meine Freundin Maria, die hier zu Hause ist, liegt der Duft von Orangenblüten über der Stadt. Mehr als 40.000 Bitterorangenbäume prägen das Stadtbild – ihre Früchte sind allerdings so herb, dass sie sich kaum zum direkten Verzehr eignen. Stattdessen landen sie in Marmelade, Parfüm oder eben im Gin.
Genau deshalb passt der Tanqueray Flor de Sevilla so gut hierher. Aromatisiert mit Bitterorangen bringt er jene fruchtig-herbe Note mit, die Sevilla irgendwie auf den Punkt bringt. Serviert wird er mit Orangenscheibe, Zimtstange und grossen Eiswürfeln, die glücklicherweise langsamer schmelzen als unsere guten Vorsätze, nach dem ersten Drink wieder aufzubrechen.
Hinter uns ziehen die Ziegeldächer der Altstadt vorbei, vor uns erhebt sich die beleuchtete Giralda. Während unten noch Menschen durch die Gassen schlendern, scheint die Zeit hier oben plötzlich einen Gang herunterzuschalten. Man versteht schnell, warum diese Terrasse seit Jahren zu den Klassikern der Stadt gehört. Manche kommen wegen des Cocktails. Die meisten bleiben wegen der Aussicht. Und ganz ehrlich? Wir würden für beides wiederkommen.
Rund um Sevilla: Golf, Sherry und die schönsten Ausflugsziele Andalusiens
Nur rund eine Stunde südlich von Sevilla wartet das Barceló Montecastillo Golf Resort bei Jerez de la Frontera – ein von Jack Nicklaus entworfener Championship Course, der mehrfach Austragungsort der Volvo Masters auf der ehemaligen European Tour war.
Wer seinen Golfurlaub eine andere köstliche Note geben möchte, erreicht rund um Sevilla die berühmten Sherry-Bodegas von Jerez. Namen wie González Byass (Tío Pepe), Bodegas Tradición oder Hidalgo La Gitana gehören zu den renommiertesten Produzenten Spaniens. Eine Führung durch die historischen Kellergewölbe mit anschliessender Verkostung gehört zu den authentischsten Erlebnissen der Region – selbst für alle, die bisher überzeugt waren, keinen Sherry zu mögen.
Folgst du der Küste weiter Richtung Süden, erreichst du die Costa de la Luz mit ihren kilometerlangen Sandstränden und charmanten Orten wie Sanlúcar de Barrameda, Cádiz oder Tarifa – dort, wo Mittelmeer und Atlantik aufeinandertreffen und Europa Afrika fast die Hand reichen kann. Tarifa gilt als Europas Mekka für Kitesurfer und bietet an klaren Tagen einen spektakulären Blick bis nach Marokko.
Golfbegeisterte finden noch weiter südlich eines der renommiertesten Golfreviere Europas: Sotogrande. Plätze wie Real Club Valderrama, Real Club Sotogrande, La Reserva Club oder San Roque Club geniessen weltweit einen exzellenten Ruf und lassen sich ideal mit einigen Tagen in Sevilla kombinieren.

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