Du stehst auf 1’500 Metern über Meer, die Luft ist klar, und der Duft frisch gemähter Fairways liegt über dem Zugertal. Genau hier befindet sich der Golfclub Lech, der höchstgelegene Golfplatz Österreichs. Mittendrin fliesst der Lech, jener plätschernde Bergfluss, der sich gleich mehrfach durch die 9-Loch-Anlage in Lech am Arlberg schlängelt und aus jeder Runde ein kleines Abenteuer macht.
Natürlich kommen die meisten nicht zum Golfspielen nach Lech. Sie kommen wegen der Berge, der Wanderwege, der aussergewöhnlichen Hotellerie und einer Kulinarik, die ihresgleichen sucht. Kaum ein anderer Alpenort vereint auf so kleinem Raum eine derart hohe Dichte an Luxushotels, Haubenrestaurants und Michelin-Sternen. Ein findiger Marketingmensch hat Lech Zürs irgendwann den Beinamen «Weltgourmetdorf» verpasst – ganz aus der Luft gegriffen ist er allerdings nicht. Falstaff und Vöslauer zeichneten den Ort tatsächlich unter diesem Titel aus.
Ein Golfurlaub in Lech am Arlberg besteht deshalb aus weit mehr als einer Runde auf dem Platz. Golf ist hier weder Selbstzweck noch Massensport. Es gehört vielmehr ganz selbstverständlich zum Sommer am Arlberg – wie eine Wanderung über blühende Alpwiesen, eine Einkehr auf einer Sonnenterrasse oder ein mehrgängiges Gourmetmenü am Abend.
Vielleicht liegt genau darin der besondere Reiz des Golfplatzes Lech. Man reist nicht nach Lech, um ausschliesslich Golf zu spielen. Man reist nach Lech, weil hier aus neun Löchern schnell ein ganzer Urlaubstag wird.
Der höchstgelegene 9-Loch Golfplatz Österreichs
Sonne, Wolken, ein Windstoss, der die Fahne flattern lässt, dann wieder völlige Stille – so ist das Arlbergwetter eben, selbst mitten im Sommer. Und auf rund 1’500 Metern über Meer fliegt der Ball tatsächlich ein kleines bisschen anders. Das ist keine Floskel, sondern schlicht Physik: Die Luft ist hier deutlich dünner als im Flachland. Der geringere Luftwiderstand sorgt dafür, dass der Ball weniger gebremst wird und ein paar Meter weiter fliegt. Gleichzeitig erzeugt der Backspin weniger Auftrieb, weshalb Schläge etwas flacher fliegen und auf dem Grün häufiger weiter ausrollen. Wer zum ersten Mal in dieser Höhe spielt, sollte sich also nicht wundern, wenn plötzlich ein halber Schläger weniger genügt.
Der Golfclub Lech im Zugertal ist der höchstgelegene Golfplatz Österreichs – und seit 2025 ganz offiziell auch dessen schönste 9-Loch-Anlage. Golf in Austria zeichnete den Platz als «Schönste 9-Loch-Anlage Österreichs 2025» aus. Eine Würdigung, die schon nach wenigen Bahnen einleuchtet: Auf 19 Hektar reinstem Naturidyll fügt sich der Platz so selbstverständlich in die Landschaft ein, dass man beinahe vergisst, wie viel Arbeit nötig war, damit hier heute überhaupt Golf gespielt werden kann.
Wie der Golfplatz in Lech im Vorarlberg entstand
Im Gespräch erzählt uns Markus Kleissl, Vorstandsmitglied der Golf Lech AG und Golfplatzmanager, von einer Entstehungsgeschichte, die sich über mehr als ein Jahrzehnt zog. Bis zur Eröffnung im Jahr 2016 mussten unzählige behördliche Hürden genommen und eine umfangreiche Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden – deren Kosten die eigentlichen Baukosten offenbar locker übertrafen. Mit einer Steinfräse wurde schliesslich das gesamte Gelände bearbeitet, der Boden also im wahrsten Sinne des Wortes neu geformt.
Kleissl selbst lief jede Bahn ab, schlug Testbälle und entschied, wo gespielt werden sollte und welche Bäume dafür weichen mussten – am Ende deutlich weniger als ursprünglich geplant. Herausgekommen ist ein Layout, das sich harmonisch in die Landschaft einfügt, spielerisch aber wenig verzeiht: schmale Fairways, tückische Hindernisse und an den Löchern 3 und 4 der Lech, der geduldig darauf wartet, dein Course Management auf die Probe zu stellen. Ein ungenauer Schlag, und der Ball verschwindet schnell irgendwo zwischen Flusswasser und felsigem Untergrund.
Am Signature Hole, dem Par 3 «Stierloch», gibt es bei gelungenen Abschlägen gelegentlich sogar Applaus. Hier kreuzen sich die Wege von Wanderern und Golfern, und wer den Ball sauber Richtung Grün schickt, spielt kurzfristig vor Publikum. Am Nachmittag zieht zusätzlich Wind durch die Berge und verleiht einzelnen Bahnen spürbaren Auftrieb – manchmal dem Ball, manchmal nur den eigenen Hoffnungen.
Golfplatz Lech: Warum Präzision gefragt ist
Schön heisst hier nicht harmlos. Der Golfplatz Lech gilt unter Kennern als anspruchsvoll – und wer selbst neun Löcher gespielt hat, weiss auch warum. Der Platz schlängelt sich in vielen Doglegs durch die Landschaft, verteilt sich auf mehrere Ebenen, und immer wieder ist der Lech im Spiel. Die ersten Bahnen verlangen lange Drives, die hinteren sind strategisch kürzer angelegt – dafür wird es technischer. Dazwischen liegen unzählige natürliche Hindernisse, die jeden ungenauen Schlag schlucken: Wer seine Schlaglängen nicht kennt oder nur knapp die Grasnarbe trifft, sucht seinen Ball schnell vergeblich.
Loch 7 ist Blütentraum und Augenschmaus zugleich: ein kurzes Par 3, das harmlos aussieht, aber schon optisch genug Ablenkung bietet. Rund um die Bahn blühen Rhododendren, und ein handgeschriebenes Schild mit der Aufschrift «Ball im Beet» bittet augenzwinkernd um eine freiwillige Spende für die Blumenkasse, falls der Abschlag statt auf dem Grün mitten im Blumenmeer landet.
Überhaupt sind es genau diese kleinen Details, die den Golfclub Lech so sympathisch machen. Steinerne Wegweiser weisen den Weg zu den Damentees, kleine Brücken mit ihren Steinbögen überspannen den Lech, und auf den Höhenwegen rund um den Platz teilen sich Wanderer und Golfer ganz selbstverständlich dieselben Wege. Schilder mit der Aufschrift «Vorsicht Golfplatz» erinnern beide Seiten daran, ein wenig Rücksicht zu nehmen. Schliesslich gehört der Platz im Sommer nicht nur den Golferinnen und Golfern – er ist gleichzeitig Teil des weit verzweigten Wanderwegenetzes rund um Lech.
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Der türkisblaue Fischteich am Golfclub Lech
Zwischen Loch 8 und Loch 9 führt der Weg am türkisblauen Fischteich vorbei – einem Ort, an dem wir etwas länger stehen bleiben müssen, weil das Wasser so klar ist, dass sich die Berge darin spiegeln und die Forellen gemächlich ihre Bahnen ziehen.
Wer sein Lunch oder Dinner nicht im Clubhaus oder später im Hotel Post plant, sollte sich diesen Abstecher unbedingt vormerken. Im gemütlichen Fischerwirt sitzt man direkt am Wasser, während fangfrische Forellen und Saiblinge serviert werden – auf Wunsch sogar der Fisch, den man wenige Minuten zuvor selbst geangelt hat. Das Besondere: Angeln darf hier jeder, ganz ohne Fischereiprüfung oder Tageskarte. Bezahlt wird lediglich der Fang nach Gewicht, die komplette Ausrüstung kann direkt vor Ort ausgeliehen werden.
Der höchste Abschlag Europas und der Rekordversuch
Und dann wäre da noch die Geschichte vom höchsten Golfabschlag Europas. Im Juni 2019 wagten Markus Kleissl und der ehemalige Profigolfer Manuel Trappel, heute Golfdirektor im Golfclub Weissensberg am Bodensee, hoch oben in den Arlberger Alpen ein ambitioniertes Unterfangen: den Sprung ins Guinnessbuch der Rekorde.
Ein Notar war vor Ort, die Luft dünn, der Blick schwindelerregend und die Spannung beinahe so dicht wie der Morgennebel über dem Zugertal. Die Aufgabe klang einfach: Wer den Ball näher an die Fahne spielte, gewann. Neben dem Respekt des anderen gab es dafür immerhin noch eine gute Flasche Wein.
Der Eintrag ins Guinnessbuch blieb bislang allerdings aus. Die Organisatoren meldeten sich nie zurück. Kleine Ironie, grosse Geschichte. Oder, wie Kleissl selbst sagt: Es ging ohnehin nicht nur ums Guinnessbuch, sondern um den Spass und das gemeinsame Erlebnis. Einen Rekord für die Herzen haben sie sich damit so oder so gesichert.
Das ist neu im Golfclub Lech am Arlberg
Beim Schwatz erzählt uns Markus Kleissl von den jüngsten Anpassungen auf dem Platz. Die Abschlagsboxen wurden überarbeitet, einige Damenabschläge sogar um rund 30 Meter nach hinten versetzt – damit das Spielgefühl künftig noch etwas sportlicher ausfällt. Schliesslich soll der Platz ja nicht nur schön aussehen, sondern uns auch ein wenig beschäftigen.
Seit rund einem Jahr gibt es auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes, knapp 100 Meter vom Proshop entfernt, zudem eine Driving Range mit sechs Abschlagsboxen. Das alte Netz weiter unten, das früher zum Einspielen diente, steht allerdings noch immer – inzwischen mehr Erinnerung als zum Trainieren gedacht.
Golfschule Lech: Golf lernen in alpiner Kulisse
Auch wer noch keine Platzreife besitzt, muss in Lech nicht auf das Golferlebnis verzichten. Unter der Leitung von PGA Head Pro Michael Coventon bietet die Golfschule Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene an – von Schnupperstunden über Platzreifekurse bis hin zu individuellem Unterricht.
Besonders sympathisch finden wir, dass hier nicht einfach auf der Driving Range geübt wird. Viele Trainingseinheiten finden direkt auf dem Platz statt. Denn genau dort lernt man bekanntlich am schnellsten – und die Aussicht gibt es in Lech ganz nebenbei noch gratis dazu.
Golfclub Lech: Gemeinsam entstanden, gemeinsam getragen
Dass der Golfclub Lech heute so selbstverständlich in der Landschaft liegt, ist alles andere als selbstverständlich. Hinter dem Projekt stehen nicht nur engagierte Golfer, sondern eine ganze Region. Mehr als 39 Tourismusbetriebe – darunter auch das Hotel Post Lech – haben den Bau des Platzes unterstützt. Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum sich der Golfclub nicht wie ein isoliertes Resort, sondern wie ein selbstverständlicher Teil von Lech anfühlt.
Wer während seines Aufenthalts noch mehr Golf erleben möchte, kann zusätzlich eine Runde im Golfclub Bludenz-Braz einplanen. Die Holiday Membership beinhaltet freies Spielen im Golfclub Lech; in Bludenz-Braz ist hingegen ein reguläres Greenfee zu bezahlen. Gäste der Gründer- und Partnerbetriebe der Golf Lech AG erhalten dort jedoch 20 Prozent Ermässigung – dazu gehört auch das Hotel Post Lech.
Golfurlaub im Hotel Post Lech: Diese Vorteile geniessen Golfer
Kein Wunder also, dass gerade Gäste des Hotel Post Lech besonders eng mit dem Golfclub verbunden sind. Als Gründungsmitglied des Golfclubs Lech bietet das Relais & Châteaux-Hotel seinen Hausgästen 25 Prozent Greenfee-Ermässigung, übernimmt auf Wunsch die Reservierung der Tee-Time und ermöglicht zudem attraktive Vergünstigungen auf weiteren Golfplätzen in Vorarlberg.
Alles über unseren Aufenthalt im Hotel Post Lech findest du im ausführlichen Hotelbericht.
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