Wir sagen es gleich vorweg: Das ist der schönste Sonnenuntergang, den wir seit Langem gesehen haben. Und das Forza Kuk liefert uns dazu auch noch Front Row.
Aber von vorne.
Punkt 18 Uhr steigen wir an der Talstation Dub in Kabine Nummer 43. Schwarzes Glas, das Signet von Luštica Bay auf der Scheibe, draussen liegt Montenegro bereits im goldenen Spätnachmittagslicht. Die Türen schliessen mit einem satten Klick, die Gondel der Kotor Cable Car schwingt aus der Station und plötzlich fällt unter uns die Bucht von Kotor einfach weg.
Hierher gekommen sind wir ganz entspannt: Luštica Bay liegt nur eine gute halbe Stunde entfernt, vom The Chedi bringt uns ein privater Transfer direkt zur Talstation. Und dass ausgerechnet unsere Gondel das Luštica-Bay-Logo trägt, ist reiner Zufall. Passt aber ziemlich gut ins Bild.
Elf Minuten später sind wir auf über 1’300 Metern und Montenegro hat einmal komplett die Perspektive gewechselt. Unser eigentliches Ziel wartet direkt an der Bergstation Kuk: das Forza Kuk Restaurant.
Und für diesen Abend gilt eine ziemlich einfache Regel: Nicht irgendeinen Tisch reservieren. Einen ganz vorne.
Kotor Cable Car Montenegro: In elf Minuten hinauf zum Sonnenuntergang
Die Kotor Cable Car verbindet die Talstation Dub bei Kotor mit der Bergstation Kuk auf dem Lovćen. 3,9 Kilometer Strecke und 1’316 Höhenmeter liegen dazwischen. Elf Minuten, in denen aus Meer plötzlich Berge werden und die Boka Bay unter uns immer kleiner wird.
Während unten an der Küste noch mediterraner Hochsommer herrscht, wechselt Montenegro hier oben einfach die Kulisse. Bergluft statt Meeresbrise, Felsen statt Marina und rundherum die raue Landschaft des Lovćen-Nationalparks.
Ganz still ist es allerdings nicht. Von nebenan dringen regelmässig Jauchzer und Freudenschreie herüber. Schuld daran ist der Alpine Coaster, der sich wie eine kleine Achterbahn durch die karge Felslandschaft schlängelt. Während die einen mit ordentlich Tempo ihre Kurven ziehen, entscheiden wir uns für die gemütlichere Variante: sitzen bleiben, Malvasia einschenken lassen und auf den Sonnenuntergang warten.
Forza Kuk Restaurant: Logenplatz über der Bucht von Kotor
Direkt an der Bergstation der Kotor Cable Car liegt das Forza Kuk Restaurant. Es gehört zur Forza Group der Familie Joketić, die rund um die Bucht von Kotor und in Porto Montenegro bereits mit Hotels und Restaurants vertreten ist.
Hier oben interessiert uns allerdings zunächst weniger, wer dahintersteht, als vielmehr, was davor liegt.
Und davor liegt ziemlich viel Montenegro.
Wir sitzen ganz vorne auf der Terrasse, direkt an der Brüstung. Vor uns steht ein Glas Malvasia, dahinter gibt es eigentlich nichts mehr, was den Blick aufhalten könnte.
Tief unter uns liegt die Bucht von Kotor, eingerahmt von dunklen Bergrücken. Dazwischen kleine Inseln, winzige Boote und ganz weit unten die Landebahn von Tivat. Und weil man bei so einer Aussicht offenbar automatisch zum Hobbykapitän wird, rätseln wir eine ganze Weile darüber, welche zwei riesigen Kreuzfahrtschiffe da unten vor Kotor vor Anker liegen. Von hier oben wirken selbst die plötzlich erstaunlich klein.
Der schönste Sonnenuntergang über der Boka Bay
Dann beginnt sich das Licht zu verändern.
Die Sonne rutscht langsam Richtung Horizont und legt zunächst nur einen schmalen goldenen Streifen aufs Wasser. Mit jeder Minute wird daraus mehr. Die Boka Bay beginnt zu leuchten, die Berge werden zu dunklen Silhouetten und Gold wird langsam Orange.
Wir könnten jetzt ausführlich dem ersten Gang Aufmerksamkeit schenken. Könnten wir.
Denn genau in diesem Moment kommt Montenegro mit japanischem Einschlag auf den Teller: Sashimi mit Thunfisch und hellem Fisch, dazu Tatar, Wasabi, eingelegter Ingwer und Sojasauce. Dass es ausgerechnet so losgeht, liegt an uns. Wir hatten Lust auf etwas Leichtes und Frisches zum Start.
Nur hat der Teller gerade ziemlich starke Konkurrenz.
Unser Blick wandert zwischen Sashimi und Horizont hin und her. Ein Bissen. Wieder schauen. Ein Schluck Malvasia. Noch ein Foto. Noch eins.
Die Sonne sinkt weiter, bis die Boka Bay irgendwann aussieht, als hätte jemand flüssiges Gold über das Wasser gegossen. Wir reden weniger und schauen dafür umso mehr.
Und irgendwann ist sie weg. Die Sonne verschwindet hinter den Bergen, zurück bleibt dieses warme Nachglühen über der Bucht.
Wir sagen es, wie es ist: Für diesen Sonnenuntergang allein lohnt sich die Fahrt mit der Kotor Cable Car auf den Lovćen.
Was im Forza Kuk Restaurant auf den Tisch kommt
Die Sonne ist weg und auf unserem Teller wird es fast kunstvoll. Die Jakobsmuschel mit schwarzem Trüffel sitzt auf einem Bett aus cremigem Kartoffelstampf, die dunkle Sauce zieht sich wie ein Pinselstrich über das weisse Porzellan.
Ein bisschen Jackson Pollock auf dem Teller, fast zu schön, um mit der Gabel hineinzugehen. Geschmacklich treffen die feine Süsse der Jakobsmuschel, der erdige Trüffel und der samtige Kartoffelstampf ziemlich genau ins Schwarze. Wortwörtlich. Für dieses Wortspiel können wir uns einfach nicht entschuldigen.
Unser kulinarisches Highlight des Abends kommt aber erst noch: die Hummer-Linguine.
Bevor die überhaupt auf dem Teller landen, übernehmen Dragan und Georgie die Show. Direkt an unserem Tisch lösen sie das Hummerfleisch aus den Schalen und bereiten vor unseren Augen den nächsten Gang zu. Sie hantieren, erklären, scherzen und haben dabei offensichtlich mindestens genauso viel Spass wie wir beim Zuschauen.
Wenig später verschwindet das Fleisch in den Linguine und landet auf dem grossen weissen Teller plötzlich wieder erstaunlich schlicht vor uns. Irgendwie ganz ohne Chichi. Understatement nach der grossen Show. Und einfach nur köstlich.
Über das Geländer hinweg liegt die Boka Bay inzwischen im letzten Abendlicht. Vor uns ein Glas Wein, weit unter uns das Meer und dazwischen eigentlich nichts, was gerade wichtiger wäre. Unbezahlbar der Moment, trifft es jetzt ziemlich gut. Wobei Dragan und Georgie vermutlich trotzdem eine Rechnung dafür finden.
Bei NineteenGolf.Guide stehen echte Erlebnisse im Mittelpunkt. Alle Bilder auf dieser Website stammen aus eigener Produktion und zeigen Hotels, Golfplätze, Restaurants und Destinationen so, wie wir sie selbst erlebt haben – authentisch, ungestellt und ehrlich.
Die Fotos wurden vom Nineteen-Team aufgenommen und unterliegen unserem Urheberrecht. Eine Verwendung ist möglich, ausschliesslich mit Quellenangabe „© NineteenGolf.Guide“
Dinner über Kotor: Wenn aus 35 Grad Kuscheldecken werden
Nach dem Sonnenuntergang wandern wir irgendwann nach drinnen. Um ehrlich zu sein: Hier oben wird es jetzt ziemlich frisch.
Als wir unten an der Küste losgefahren sind, hatte es noch über 35 Grad. Auf mehr als 1’300 Metern ist davon nach Sonnenuntergang nicht mehr allzu viel übrig. Zum Glück liegen im Forza Kuk überall kuschelige Decken für die Gäste bereit.
Zum Dessert kommt eine kleine Auswahl auf einer Platte, mit Matcha-Streifen dekoriert wie ein abstraktes Gemälde: Schokolade, Beeren, Nougat und Tiramisu zum Teilen. Revolutionär ist daran nichts. Aber schmecken tut es hier allemal.
Das Essen ist ein sehr guter Grund, hierherzukommen. Der Sonnenuntergang ist aber der Grund, warum wir wiederkommen.
Dinner auf Mamula Island by Banyan Tree: Genuss in Montenegros Festung
Am Eingang zur Bucht von Kotor liegt eine fast kreisrunde Festung aus dem 19. Jahrhundert, ein Ort, der Krieg, Verfall
Kulinarik in Luštica Bay – Front Row an der Marina
Der Himmel über der Bucht wechselt gerade von Apricot zu tiefem Blau, die Masten der Segelyachten stehen schwarz vor dem
Boka Bay in Montenegro: Bootstour zu Our Lady of the Rocks, Perast und Kotor
Wir sitzen im Bug, der Fahrtwind zieht uns förmlich die Sonnenbrille von der Nase, und vor uns liegt sie in
Restaurant-Tipp Forza Kuk: Dinner mit Sonnenuntergang über der Bucht von Kotor
Wir sagen es gleich vorweg: Das ist der schönste Sonnenuntergang, den wir seit Langem gesehen haben. Und das Forza Kuk
The Chedi Luštica Bay: Wo der Luxus barfuss geht
Meerblick am Morgen, barfuss zum Lunch, Malvasia zum Sonnenuntergang und abends noch eine Runde durch die Marina: Im The Chedi


