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Kulinarik in Luštica Bay – Front Row an der Marina

Der Himmel über der Bucht wechselt gerade von Apricot zu tiefem Blau, die Masten der Segelyachten stehen schwarz vor dem letzten Streifen Orange, und über den Hügeln hängt bereits die schmale Mondsichel. Wir sitzen keine zehn Meter vom Wasser entfernt, vor uns ein Glas Malvasia im Eiskübel. Mehr Logenplatz für den Sonnenuntergang geht kaum. Entlang der Marina-Promenade reihen sich gleich mehrere Adressen aneinander, bei denen Dinner und Aussicht ziemlich überzeugend zusammenspielen.

Promenade mit Häusern
Statt klassischer Resortarchitektur fühlt sich Luštica Bay eher wie ein gewachsener kleiner Küstenort an.

Fischrestaurant Špilja in Luštica Bay

Die Mittagshitze liegt über der Marina wie eine zweite Haut, als wir am Restaurant Špilja ankommen. Gleich am Eingang wartet das erste Bild des Tages: ein kleines Holzboot, umfunktioniert zur Fischtheke und beladen mit Rotbrassen, Wolfsbarsch, einer ganzen Reihe Langustinen und einem Fisch, dessen Schwert beinahe über den Bootsrand hinausragt. Dazwischen liegen Zitronen und Limetten wie zufällig hingestreut, ein Olivenzweig hängt ins Bild. Der Fang des Tages erklärt sich hier von selbst.

Špilja bedeutet auf Montenegrinisch schlicht «Höhle», und der Name kommt nicht von ungefähr. Das Restaurant liegt am äussersten Rand von Marina Village in Luštica Bay, dort, wo die Promenade mit ihren Boutiquen und Bars endet und der Fels beginnt. Direkt daneben öffnet sich eine natürliche Höhle zu einer kleinen, tiefblauen Lagune. Die Marke selbst gibt es seit mehr als 25 Jahren, der Standort in Luštica Bay ist deutlich jünger. Er wurde 2023 eröffnet und gehört damit zu den neueren Puzzleteilen der noch immer wachsenden Marina.

Zum Lunch treffen wir Kristina, PR & Communication Managerin von Luštica Bay. Eigentlich hatten wir mit einem Tisch an der Lagune gerechnet, doch der steht mittags gar nicht erst zur Debatte. Warum, erklärt Kristina angenehm ehrlich: Die Plätze direkt am Wasser öffnen im Hochsommer erst am Abend. Mittags steht die Sonne so hoch, dass selbst die Sonnenschirme kapitulieren und die Terrasse eher zur Grillplatte wird.

Wir sitzen stattdessen auf der schattigen Terrasse zur Marinaseite, unter einer cremefarbenen Markise, zwischen knorrigem Olivenbaum und Bougainvillea, die sich pink über das Geländer schiebt. Zwischen den Ästen hindurch blicken wir auf die aufgereihten Boote im Hafenbecken und die hellen Bogengänge der gegenüberliegenden Kaimauer. Kein Meerblick im klassischen Sinn, aber ein Marina-Blick, der mindestens genauso gut funktioniert.

Was dann auf den Tisch kommt, überzeugt uns fast noch mehr als die Aussicht. Den Anfang macht ein Ceviche mit fein gehobeltem schwarzem Trüffel, daneben ein cremiges Tatar von rohen Garnelen, sehr reduziert mit Zitrone und Limette abgeschmeckt. Dazu gibt es einen Tomatensalat in dicken Scheiben. Und zwar Tomaten, die tatsächlich noch nach Tomaten schmecken und nicht nach dem wässrigen roten Zeug, das bei uns im Supermarkt gern unter diesem Namen verkauft wird. Rote Zwiebeln, Kapern und frisches Basilikum kommen dazu, ausserdem ein Salat mit Parmesanspänen und knuspriges Hausbrot, direkt vom Brett geschnitten.

Später folgt frisch gefangener Fisch aus der Adria, wie hier üblich gegrillt oder im Ofen zubereitet. Unser Stück kommt mit Kartoffelstampf, Grillgemüse und einem kräftigen Spinat-Kräuter-Kartoffel-Pesto auf den Teller, begleitet von einem lokalen Weisswein.

Auf der Karte des Špilja landet vor allem das, was die Adria gerade hergibt, möglichst frisch und ohne grosse Umwege. «Was morgens noch draussen geschwommen ist, kann mittags schon auf dem Teller liegen», erzählt uns Kristina. Ergänzt wird das Angebot durch Garnelen und Schalentiere, Burrata mit Cherrytomaten, hausgemachten Pršut und Käse aus der Region. Viel Meer, viel Montenegro und Produkte, die für sich selbst sprechen. Fine Fish Food eben. Wobei das «fine» hier weniger für Gourmet-Chichi steht als für gute Zutaten, Frische und eine Küche, die weiss, wann weniger mehr ist.

Am frühen Abend kommen wir noch einmal zurück und verstehen sofort, warum Kristina das Špilja als ihr Lieblingsrestaurant bezeichnet. Unten an der Höhlenlagune entfaltet der Ort seinen ganzen Zauber. Die Tische stehen auf einem Holzsteg unmittelbar am türkisgrünen Wasser, die weissen Tischdecken leuchten in der tief stehenden Sonne und grüne Gläser werfen lange Schatten über die Teller. Dahinter verschwindet die Lagune unter dem mächtigen Felsen.

Und falls du jetzt denkst, wir übertreiben: Nein. Die Fotos sind echt.

Aussenanscicht des Restaurants mit Fischauslage
Das Restaurant liegt am äussersten Ende von Marina Village, genau dort, wo die Promenade aufhört und der Fels beginnt. Die Begrüssung ist etwas "fischig" in der Auslage.

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NOA in Luštica Bay: Sushi und Sharing Plates zum Teilen

NOA liegt in Marina Village von Luštica Bay, direkt neben dem oben beschriebenen Špilja. Ein paar Schritte weiter, gleiche Promenade, völlig anderes Konzept. Schlenderst du am späten Nachmittag vorbei, fällt schon von Weitem der kleine Eiswagen mit seinen goldenen Glockenhauben vor der Tür auf. «NOA» leuchtet in Rot auf dem Metall und gibt einen ziemlich guten Vorgeschmack auf das, was drinnen wartet: ein bisschen verspielt, ein bisschen international und ganz offensichtlich nicht darauf aus, sich selbst allzu ernst zu nehmen. Das Essen dafür umso mehr.

Wir setzen uns und machen beim Bestellen gleich den ersten Fehler: Wir versuchen, uns zu entscheiden. Denn bei NOA ist die Karte eigentlich nicht dafür gemacht, dass jeder brav sein eigenes Gericht bestellt. Also ändern wir die Taktik. Was gut klingt, kommt auf die Bestellung, was auf den Tisch kommt, wandert in die Mitte. Und dort wird es ziemlich schnell eng.

Der erste Teller steht kaum vor uns, da folgt schon der nächste. Sushi Rolls mit rosa Fischrogen, krosse Reis-Törtchen mit Thunfisch-Tatar und Jalapeño, glänzend glasierte Rippchen und kleine Teller, bei denen automatisch jeder die Gabel in die Hand nimmt. Vorspeise, Hauptgang, Dessert? Kann man machen. Muss man hier aber wirklich nicht.

Auf den ersten Blick könntest du NOA für ein Sushi-Restaurant halten. Die Maki-Türme und knusprigen Reisbällchen, die auf unserem Tisch inzwischen erfolgreich die Platzherrschaft übernommen haben, liefern dafür durchaus Argumente. Doch NOA kann mehr. Neben Sushi stehen Seafood, Carpaccio, leichte Salate und hausgemachte Pasta auf der Karte, vieles davon ausdrücklich zum Teilen gedacht. Mediterrane Küche trifft auf asiatischen Punch. Und die beiden verstehen sich erstaunlich gut.

Genau das macht für uns den Reiz aus. Hier wird nicht ehrfürchtig auf den eigenen Teller geschaut. Man bestellt, stellt alles in die Mitte, probiert beim Nachbarn und diskutiert spätestens beim vorletzten Stück darüber, wer eigentlich schon wie viel davon hatte. Sharing Food eben. Ein gastronomisches Konzept, bei dem plötzlich niemand mehr zählen kann.

Wenn du im NOA isst, unser Tipp deshalb: Bestell nicht zu vernünftig. Nimm lieber mehrere Gerichte, teile sie und probier dich durch. Denn der beste Teller könnte genau der sein, den du selbst gar nicht bestellt hättest.

 

Sushi Rolls im NOA Restaurant Luštica Bay Montenegro
Dafür kommen wir ins NOA: Sushi Rolls zum Teilen, schön angerichtet und am besten gleich mehrere bestellen. Man soll schliesslich vergleichen können.

Kulinarik in Luštica Bay: Einmal durchprobieren, bitte

Hungrig bleibt in Luštica Bay jedenfalls niemand. Rund um die Marina hat sich inzwischen eine erstaunlich vielseitige Restaurantszene entwickelt. Wer ein paar Tage bleibt, kann sich einfach einmal quer durch die Restaurantszene in Luštica Bay probieren. Mittags unkompliziert am Wasser, abends etwas schicker mit Blick auf die Yachten und danach vielleicht noch ein Drink an der Marina. Unsere Devise war jedenfalls schnell klar: anderes Restaurant, neuer Abend, nächste Runde.

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