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Golfreise mit der Excellence Queen: Wenn Golf auf ein schwimmendes Hotel trifft

Es ist früher Morgen. Der Königsklasse-Bus steht abfahrbereit, das Gepäck, die Golfbags und die Trolleys sind längst verstaut. Und Ralf Lehmann lehnt am Eingang.

Er grinst.

Nicht das höfliche Lächeln eines Menschen, der seinen Job macht. Dieses andere Grinsen: breit, unübersehbar, so als wüsste er etwas, das wir noch nicht wissen. Ralf ist ausgebildeter Sportwissenschaftler, gebürtiger Schwabe, Head Pro im Swiss Golf Park Wädenswil. Und er begleitet die Excellence Golf-Flussreisen mit einer Energie, die man sich ehrlich gesagt immer für den Alltag wünscht.

Der Königsklasse-Bus selbst ist eine kleine Ansage. Beinfreiheit, gedämpfte Lautstärke, kein Mittelgang-Gedränge. Wer je einen Langstreckenflug in der Business Class gebucht hat, kennt das Gefühl beim Einsteigen: Das hier wird gut. Genau so fühlt es sich an, wenn man Richtung Passau rollt und hinter sich die Schweiz langsam kleiner werden lässt.

Schiff Excellence Queen am Ufer

Die Königin legt ab: Eine Golfreise mit der Excellence Queen

Passau empfängt uns an einem dieser späten Frühlingsnachmittage, die Bayern so besonders machen. Drei Flüsse, eine Stadt, alles leuchtet noch. Und dort liegt die Excellence Queen.

110 Meter lang, vier Decks, 70 Kabinen und Suiten mit Flussblick. Keine Kreuzfahrt-Monumentalarchitektur, keine Warteschlangen, keine Anonymität. Man kennt nach einem Tag die Crew, nach zwei Tagen die Mitreisenden beim Namen. Die Excellence Queen trägt den Gold-Standard der Green Award Foundation – vorbildlich in Umweltfreundlichkeit und sozialer Verantwortung. 

Abends diniert man im Restaurant der Excellence mit Blick auf den Fluss. Wer lieber etwas leichter will, geht Achtern in den Salon Rive, wo es «Sushi & More» gibt – drei Gänge, ein Hauch Japan, direkt auf der Donau. Und wer danach noch auf dem Sonnendeck sitzt, Whirlpool links, Weinglas rechts, Bayern links, Österreich rechts: Der fragt sich kurz, warum man das nicht jedes Jahr macht.

Helles Zimmer mit Blick auf Wasser
Kabine mit Flussblick: Auf der Excellence Queen wird das schwimmende Hotel zum entspannten Zuhause zwischen den Golfrunden.

Golf & Flusskreuzfahrt: Mit der Excellence Queen zu fünf Golfplätzen

Um 08:45 Uhr geht es los. Ralf steht an der Gangway und geleitet die Gruppe in den Bus, damit wir rechtzeitig beim Golf Club Linz St. Florian ankommen.

Der Club liegt vor den Toren von Schloss Tillysburg, einer der ältesten Golfanlagen Österreichs. 18 Löcher, Par 72, Mitglied der «Leading Golf Courses of Austria» und unter den dreizehn schönsten Clubs des Landes gelistet.

Mann mit Golfschläger auf Schiff
Ralf Lehmann sorgt als Golf-Reiseleiter für Energie, gute Laune und perfekte Organisation auf und neben dem Platz.

Linz: Der erste Morgen, der erste Abschlag

Gespielt wird in Dreier-Flights, und mein erstes Los fällt auf zwei ältere Herren, die sich offensichtlich seit Jahren kennen. Bereits auf Loch 1 beschleicht mich das Gefühl, dass mir irgendetwas vertraut vorkommt. Ich kann es nicht einordnen. Ein paar Löcher später, während die beiden mit freundlicher Regelmässigkeit mein Spiel und gegenseitig ihres kommentieren, fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Waldorf und Statler. Die beiden Senioren auf der Empore in der Sesamstrasse. Genau diese Energie – freundlich, warmherzig und witzig – begleitet mich durch die gesamte Runde. Es ist herrlich.

Der Platz vom Golfclub Linz St. Florian hat seinen Titel als «Leading Golf Course» wirklich verdient – und zwar auch unter diesen Bedingungen. Heftiger Regen, graues Licht, alles leicht unwirklich. Und trotzdem: Die Drainage funktioniert tadellos, die Grüns sind zu jeder Zeit bespielbar, der Platz zeigt sich von seiner besten Seite. Zugegeben, bei Sonnenschein möchte ich das nochmals sehen. 

Zurück an Bord werden wir von David dem Hotelmanager der Excellence Queen mit einem warmen Tuch und Erfrischungsgetränk empfangen. Die Kabinen wurden über den Tag wieder in perfekten Zustand gebracht und somit steht einer warmen Dusche vor dem Abendessen nichts mehr im Weg. Da alles im Bus bleiben kann, steht auch kein Golfbag in der Kabine und der grosszügige Eindruck auf kleinem Raum bleibt erhalten.

Gelbes Gebäude neben Golfplatz unter Wolken

Excellence Queen: Golfreise auf Donau und Main

476 Hektar. 129 Löcher. Drei Meisterschaftsplätze, gestaltet von Bernhard Langer persönlich.
Das Golf Resort Bad Griesbach ist das grösste Golfresort Europas. 

Bad Griesbach: Bernhard Langers Handschrift

Die Anlage vom Quellness Golf Resort fügt sich in die niederbayerische Landschaft ein, Blick auf die Alpen. Langer hat hier gebaut, wie er selbst spielen würde: strategisch, mit Entscheidungszwängen, fair genug für den Freizeitgolfer, fordernd genug für alle, die denken, sie hätten ihr Handicap im Griff.

Aber auch an diesem Tag meint es der Wettergott nicht gut mit uns. Nach einem sonnigen Start erwischt uns genau an Loch 10 ein heftiges Frühsommergewitter. Was bleibt: eine ausgiebige Pause im Clubrestaurant, Cordon Bleu, Schwarzbier, das Geräusch von Regen auf dem Dach. Bis es genauso plötzlich aufhört wie es begonnen hat. Dann geht es weiter, und der Platz empfängt uns so, als wäre nichts gewesen.

Die Excellence Queen ist uns inzwischen gefolgt. Das ist das Schöne an dieser Art zu reisen: Das Schiff bewegt sich, während wir spielen. Der Bus setzt uns zur perfekt abgestimmten Zeit am Anleger ab. 

Regensburg: Golfen zwischen Jura und Donau

Schon am nächsten Tag erwartet uns Golfer, nur zehn Kilometer von der UNESCO-Weltkulturerbestadt entfernt, der Golf & Yachtclub Gut Minoritenhof – auf einem 100 Hektar grossen Areal mit Klostergut-Tradition. 18 Löcher, Par 72. Und eigentlich zwei Plätze in einem.

Die ersten neun Löcher: bergig, Juraausläufer, Ausblicke ins Donautal. Und wie sich herausstellt, ist ein Buggy nicht nur empfohlen, sondern bei diesem Gelände und den Wegen zwischen den Abschlägen Pflicht. An diesem Tag begleitet uns wieder die Regenjacke, kein Sonnenschein weit und breit. Trotzdem: Spätestens auf Bahn 8 der ersten Neun – ein Par 4, der gesamte Höhenunterschied auf einmal hinunter, Donau-Panorama inklusive.

Die zweiten neun: flach, Auenwälder, Teiche, Altwasser. Das 18. Grün direkt am Yachthafen.

Ralf hatte sich für diesen Tag noch etwas Besonderes überlegt: Matchplay, «Alle gegen Einen» – und der Eine war natürlich er. Es war knapp. Aber wenn 18 Spieler gegen einen antreten, sind die Chancen statistisch gering. Das wissen alle. Ralf weiss es am besten. Auf der Busfahrt zurück wurde jedes Loch nochmals gespielt, diesmal in Worten. Laut. Mit Lachen und natürlich mit den gespielten Schlägen pro Loch.

Sightseeing in Nürnberg: Zwischen Kaiserburg, Albrecht Dürer und Heimatgefühl

Kein Golftag. Dafür Geschichte – mal faszinierend, mal nachdenklich stimmend.

Bei NineteenGolf.Guide stehen echte Erlebnisse im Mittelpunkt. Alle Bilder auf dieser Website stammen aus eigener Produktion und zeigen Hotels, Golfplätze, Restaurants und Destinationen so, wie wir sie selbst erlebt haben – authentisch, ungestellt und ehrlich.
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Kaiserburg, Albrecht Dürer, das Reichsparteitagsgelände. Nürnberg versteckt seine Geschichte nicht, stellt sie aber auch nicht aus wie in einem Museum. Man bewegt sich darin wie in etwas, das noch immer lebt. Die Monumentalbauten der NS-Zeit stehen, schweigend, gewaltig, unbequem. Man sollte sie gesehen haben. 

«Drei im Weggla» ist in dieser Gruppe keine kulturelle Randnotiz, sondern die dringlichste Frage des Morgens bevor wir um 12 Uhr von Bord gehen. Kein Wunder – wir sind in der Hauptstadt der Bratwurst. Wer es bei drei belässt, was ehrlich gesagt eher einem Appetizer entspricht, hat die Lage nicht vollständig erfasst. Wer es ernst meint, geht ins Bratwursthäusle bei St. Sebald: ein Dutzend mit Kraut und Schwarzbrot, an einem Ort, der seit 1312 weiss, was er tut. Als Nürnberger sage ich: Das gehört zu meinen ersten Empfehlungen, wenn Gäste, aber auch ich in die Stadt kommen. Und ich wohne nicht mehr dort, sondern habe meine Heimat seit fast 20 Jahren in der Schweiz.

Auch hier macht der eigene Bus für die Golfgruppe den Unterschied. Zum einen konnten wir ein paar Routenwünsche erfüllen, vor allem aber ist es unendlich bequem, wenn man an einem Punkt aussteigt und an einem anderen wieder aufgesammelt wird – um dann woanders wieder für einen Fussmarsch und das ein oder andere Bier und Glas Wein auszusteigen. Für Nürnberg haben wir den ganzen Nachmittag, bis wir alle abends um 19 Uhr wieder an Bord sind und das Schiff um 20 Uhr ablegt.

Wir ankern in Bayreuth: Der Tausch, der kein Drama war

Golf Club Herzogenaurach war geplant. Par 73, 18 Löcher, eine der sportlicheren Anlagen Bayerns und Puma omnipräsent. Gespielt haben wir Bayreuth – wegen eines kurzfristigen Turniers im ursprünglichen Club. Planänderungen auf Reisen sind meistens das, was man später erzählt. Und eine hervorragende Organisation erkennt man genau daran, wie sie mit solchen Momenten umgeht.

Der Golf Club Bayreuth liegt am Rodersberg, über den Dächern der Wagnerstadt. 18 Löcher, Par 72, 120 Hektar, Links-Course-Charakter – und genau diesen findet man in Deutschland selten. Die Spielbahnen liegen offen, der Wind kommt von der Seite, das hochstehende Rough verzeiht nichts. Von fast jeder Bahn sieht man Bayreuth, das Festspielhaus, bei klarer Sicht bis in die Fränkische Schweiz und das Fichtelgebirge. Die Grüns sind erhöht, schwer einzuschätzen, spurtreu. Wer gerade spielt, kommt durch. Wer nicht gerade spielt, findet seinen Ball unter Umständen nicht wieder.

Ralf: „windig sehr windig, Links-Kurs, schöne Grüns, toller Platz, zu kalt für die Jahrzeit“

Die Gruppe ist nach den verregneten Vortagen endlich mit einem schönen Golftag belohnt worden. Kein Wunder, dass die Stimmung entsprechend war. Planänderung? Welche Planänderung.

Die Queen erreicht Würzburg: Der letzte Abschlag

Der Golf Club Würzburg liegt auf einem Hochplateau über den Dächern der Stadt. 18 Löcher, Par 71, «Leading Golf Club of Germany», zertifizierte Fünf-Sterne-Anlage, «Golf & Natur» in Gold. Auf dem Papier: beeindruckend. Auf dem Platz: noch mehr.

Von mehr als der Hälfte der Bahnen schaut man auf Würzburg und die Festung Marienberg. Die anderen laufen zwischen altem Baumbestand und durch naturbelassene Abschnitte, drei Teiche erhöhen Optik und Schwierigkeit gleichermassen. Es ist ein Platz, der auf der einen Hälfte aussieht wie Stadtgolf, auf der anderen wie Natur pur. Das ständige Auf und Ab gehört dazu – ein Cart wäre bequemer, zu Fuss ist es schöner.

Der letzte Abschlag dieser Reise. Man spielt ihn etwas bewusster als die anderen. Und dann steht man auf dem 18. Grün, Festung Marienberg im Rücken, und denkt: Das war eine schöne Reise.

Gala-Dinner auf der Excellence Queen: Der letzte Abend an Bord

An diesem letzten Abend zeigt die Küche der Excellence Queen, was sie kann. Stammgäste hatten es angekündigt, schon bevor der erste Teller auf dem Tisch stand. Sie hatten recht.

Die Crew von Excellence kocht nicht nur an diesem besonderen Abend auf einem Niveau, das man auf einem Flussschiff nicht erwartet – und genau das ist die Absicht. Täglich mehrgängige Menüs, erlesene Weine, kein Buffet-Kompromiss. Was auf den Tellern landet, ist saisonal, präzise und hat nichts mit dem zu tun, was man sich unter «Kreuzfahrtessen» vorstellt. Die Gruppe sitzt lange zusammen. Das Gespräch dreht sich irgendwann nicht mehr um Golf. Das ist, wenn eine Reise wirklich funktioniert hat.

Rückreise mit der Excellence Queen: Der Königsklasse-Bus steht bereit

Acht Tage, fünf Plätze, ein Fluss, der breiter wird, je weiter man ihm folgt. Eine Planänderung, ein Historiker-Vortrag, zu viele Bratwürste in Nürnberg und Abende auf einem Sonnendeck, auf dem man gerne noch länger und öfter geblieben wäre – auch wenn das Wetter nicht so sommerlich war, wie es hätte sein sollen. Und ein Golf-Pro, dessen Laune sich von keinem Wetter, keiner Schleuse und keiner verpassten Schlägerentscheidung erschüttern lässt.

Man bucht diese Reise und denkt, es geht um Golf. Dann sitzt man irgendwann mitten auf der Donau, ein Glas in der Hand, und merkt: Es geht ums Reisen. Und um die Menschen nebenan sowie Erinnerungen die bleiben – Ralf hatte recht mit seinem Grinsen, es gab mehr zu erleben als nur Golf.

Bildergalerie Excellence Queen: Golfreise auf Donau und Main

Fakten zur Excellence Queen Reise «Best of Golf Donau & Main»

Die Excellence Queen Reise «Best of Golf Donau & Main» führt während acht Tagen ab/bis Schweiz zu fünf ausgewählten Golfplätzen entlang von Donau und Main. Die Preise starten bei CHF 3’445 pro Person in der 2-Bett-Kabine auf dem Hauptdeck, CHF 3’745 auf dem Mitteldeck und CHF 3’945 auf dem Oberdeck. Inklusive sind die An- und Rückreise aus der Schweiz, alle Transfers im Königsklasse-Bus, Greenfees mit reservierten Startzeiten, Lunchpakete an jedem Golftag, Vollpension an Bord, ganztägig Kaffee und Tee, Golfer-Cocktails sowie das Gala-Dinner.

Kurz gesagt: Man muss sich um nichts kümmern. Nicht um Transfers, nicht um Startzeiten, nicht um Golfbags. Und genau das macht diese Golf-Flussreise so angenehm. Erforderlich ist ein Handicap von mindestens 36.

WAS AUCH NOCH SPANNEND IST