Man merkt es schon bei der Anfahrt. Die Anlage öffnet sich grosszügig, weitläufig und makellos gepflegt. Man ertappt sich kurz bei dem Gedanken: Ist das wirklich ein öffentlicher Golfclub? Oder ist man versehentlich ins Trainingszentrum der deutschen Nationalmannschaft abgebogen? Beides, eigentlich.
Denn der Golf Club St. Leon-Rot ist genau das: einer der renommiertesten Golfclubs Deutschlands, zugleich Heimat des Deutschen Golf Verbands, Leistungszentrum und Greenfee-Platz, nur rund 20 Kilometer südlich von Heidelberg.
Gegründet wurde der Club 1997 von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp. Seither hat St. Leon-Rot eine Golfbiografie geschrieben, die sich sehen lassen kann. Tiger Woods gewann hier dreimal die Deutsche Bank SAP Open. Und wenn man wissen möchte, ob ein Platz wirklich gut ist, hilft manchmal ein Blick darauf, wer ihn bereits beherrscht hat.
2015 wurde St. Leon-Rot dann zur Bühne des Solheim Cups, dem grössten Teamwettkampf im Damengolf. Der St. Leon Course diente als Hauptbühne, der Rot Course für den Junior Solheim Cup. Seit April 2012 gehört der Club zu den European Tour Destinations, einem Verbund weltweit führender Golfanlagen unter dem Dach der European Tour.
Golf Club St. Leon-Rot: Deutschlands Bühne für ambitioniertes Golf
Als wir vor Ort waren, lag tatsächlich ein Hauch Profi-Feeling in der Luft: Die Deutsche Golf Liga startete in St. Leon-Rot in die neue Saison, und der Club richtete den ersten Spieltag der 1. Bundesliga Süd für Damen und Herren aus.
Schnell wurde klar: Hier wächst gerade die nächste Golfgeneration heran. Viele Spielerinnen und Spieler sind noch sehr jung, gehen zur Schule oder studieren, treten aber bereits mit einer Selbstverständlichkeit auf, bei der man das eigene Handicap lieber kurz verschweigt.
Auf der Driving Range fliegen einem die Bälle zwar nicht buchstäblich um die Ohren. Emotional fühlt es sich aber fast so an, wenn nebenan Nachwuchstalente durchziehen und ihre Drives locker drei, ach was, viermal so weit schicken wie man selbst.
Die Trainingsanlagen sind herausragend und sicher einer der Gründe, warum das Team St. Leon-Rot auch in der DGL regelmässig vorne mitspielt. Riesige Driving Range, moderne Academy, Analysetools auf Pro-Niveau: Wer ein Trainingscamp plant, findet hier eine Infrastruktur, die schnell nach Tour-Alltag aussieht.
Der Platz St. Leon ist der jüngere der beiden Championship-Plätze und jener, der gerne als links-inspiriert beschrieben wird. Nicht, weil hier plötzlich Nordsee-Feeling aufkommt, sondern weil der englische Architekt Dave Thomas das Layout flacher angelegt hat: mit weniger Baumbestand, offenen Sichtachsen, hohem Rough-Gras und einer insgesamt sportlicheren, exponierteren Charakteristik. Dazu kommen ein Inselgrün, scheinbar allgegenwärtige Wasserflächen und kunstvoll modellierte Bunkerlandschaften. Thomas liess sich dabei vom Stil schottischer und irischer Golfplätze inspirieren.
Der Platz St. Leon folgt dabei einem recht ehrlichen Prinzip: schweres Par, gut spielbares Bogey. Vorausgesetzt natürlich, man schafft es, Wasserhindernisse und strategisch platzierte Sandfallen grosszügig zu ignorieren. Oder besser: zu vermeiden.
Der St. Leon Golfplatz hat Attitüde. Sportlich, fordernd, direkt. Dass hier 2015 der Solheim Cup ausgetragen wurde, passt also nur zu gut ins Bild.
Die Fairways wirken wie grüne Teppiche, auf denen man am liebsten barfuss laufen würde – und das schreiben wir nicht nur, weil es gut klingt, sondern weil es tatsächlich so ist. Dabei sind sie grundsätzlich angenehm breit, was zunächst beruhigend wirkt. Bis man merkt, dass die Bunker dort liegen, wo der eigene Ball statistisch gesehen landen möchte. Immerhin: Die meisten Gefahren sind vom Abschlag sichtbar. Der Platz spielt mit offenen Karten. Nur macht das die Aufgabe auch nicht leichter.
Golf Club St. Leon-Rot: Platz Rot
Der Platz Rot ist der ältere der beiden Golfplätze in St. Leon-Rot und gewissermassen der klassischere Parkland-Course. Architekt Hannes Schreiner hat ihn wunderbar in die vorhandene Flussauenlandschaft integriert. Grosse Teile der ursprünglichen Natur wurden als Biotope erhalten. Sie sorgen nicht nur für eine reizvolle Kulisse, sondern tragen auch zu den besonderen Herausforderungen des Platzes bei.
Dazu kommen eingewachsene Bäume und eine Naturkulisse, die von zahlreichen Vögeln geprägt ist. Ein Schelm, wer hier an Birdies denkt.
Fairerweise muss man sagen: Optisch unterscheiden sich die beiden Plätze auf den ersten Blick weniger stark, als die Theorie vermuten lässt. Beide teilen dieselbe DNA: grosszügige Dimensionen, sportliche Länge und Grüns, die keine halben Sachen machen. Mit einem Stimpmeter-Wert von rund 9 laufen sie schnell, sauber und mit jener Konsequenz, die ehrliches Putten verlangt.
Den Platz Rot würde ich keineswegs als eintönig bezeichnen. Im Gegenteil. Vielleicht ist er sogar der anspruchsvollere der beiden Plätze. Hier reicht es nicht, einfach ordentlich zu schlagen. Hier muss man Golf spielen können.
Und ja, wir sagen es gerne nochmals fast gebetsmühlenartig: Die Pflegequalität ist herausragend. Makellose Fairways. Perfekte Grüns. Nicht als Übertreibung, sondern als sachliche Feststellung. Mehr Lob kann man einem Golfplatz aus Sicht der Rasenpflege kaum machen.
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Gut Essen im Golf Club St. Leon-Rot: Restaurant, Halfway House & Clubhaus
Was dabei angenehm überrascht: Der Anspruch ist hoch, die Atmosphäre aber keineswegs steif. Dazu trägt das gesamte Setting der Anlage bei. Das Clubhaus wirkt modern, grosszügig und eher wie ein stilvoller Business Club als wie die klassische Golfgastronomie mit dunklem Holz und verstaubtem Trophy-Schrank.
Im ACE Restaurant sitzt man mit Blick ins Grün auf der Terrasse – oder, wie in unserem Fall bei Regenwetter, angenehm warm und gemütlich im Innern. Im hinteren Bereich befindet sich zudem eine SkyLounge, in der aktuelle Turniere auf grossen Screens übertragen werden.
Das Interieur wirkt bewusst urbaner, als man es auf einer Golfanlage vielleicht erwarten würde: modern, clean und schick – ganz ohne jene Mahagoni-Schwere, die viele Golfclubs gerne mit sich herumtragen. Hier ist alles jünger, frischer und sportlicher gedacht.
Dazu ein Service, der weiss, was er tut. Unser Kellner erwähnte nicht ganz ohne berechtigten Stolz, dass er aus der Sternegastronomie kommt – und genau dieses Gespür für Aufmerksamkeit, Timing und einen Service, der präsent ist, ohne aufzutragen, merkt man durchaus.
Kulinarisch geht das Konzept erfreulich weit über das klassische Club-Sandwich hinaus. Die Küche ist modern, international geprägt und angenehm unprätentiös. Gerade am verlängerten Auffahrtswochenende zeigt sich, dass das ACE Restaurant nicht nur für Golfer funktioniert. Hier sitzen auch Familien und Gäste aus der Umgebung, die ganz offensichtlich einfach gut essen möchten. Und genau das sagt oft mehr über eine Clubgastronomie aus als jede Speisekarte.
Apropos: Das Halfway House am Leon-Kurs trägt seinen Namen fast schon zu bescheiden. Anderswo würde es locker als Clubhaus durchgehen. Auch kulinarisch ist man hier erfreulich weit entfernt von jenem trockenen Schinkengipfeli, das auf manchen Golfplätzen noch immer tapfer als Verpflegung verkauft wird. Besonders charmant ist das Konzept des Welcome Back Drinks. Der geht quasi aufs Haus, oder genauer gesagt: Er ist bereits im Greenfee inkludiert.
Gut zu wissen: Mitglied der Leading Golf Clubs of Germany
Der Golf Club St. Leon-Rot ist weit mehr als zwei Championship-Plätze. Zur Anlage gehören auch ein 9-Loch-Kurzplatz, ein 5-Loch-Bambini-Platz, eine grosszügige, beidseitig bespielbare Driving Range sowie zahlreiche Trainingsbereiche für Pitching, Chipping und Putting.
Dazu kommen ein modernes Video-Trainingszentrum, das Indoor Short Game Center of Excellence für ganzjähriges Kurzspieltraining sowie das sogenannte Wedge-o-Drom: eine rund 3’000 Quadratmeter grosse Trainingsfläche für das kurze Spiel, die in Deutschland in dieser Form einzigartig ist.
Nicht ohne Grund wurde St. Leon-Rot 2012 zum Bundesleistungszentrum des Deutschen Golf Verbandes. Der Club hat sich über Jahre eine besondere Stellung im deutschen Amateur- und Leistungsgolf erarbeitet, unter anderem durch zahlreiche Mannschaftserfolge bei Damen und Herren.
Ein zentraler Fokus liegt zudem auf der Nachwuchsförderung. Turniere wie die German Boys & Girls Open, eines der bedeutendsten Jugendturniere Europas, oder die internationale Lucky33-Turnierserie für junge Golferinnen und Golfer bis 18 Jahre zeigen, wie konsequent hier in die nächste Generation investiert wird.
Massgeblich geprägt wurde diese Entwicklung von Dietmar Hopp, SAP-Mitgründer, langjährigem Clubpräsidenten und heutigem Ehrenpräsidenten des Golf Club St. Leon-Rot.
Das Golfarrangement vom Hotel Villa Medici mit dem Golf Club St. Leon-Rot
Was das Hotel Villa Medici für Golferinnen und Golfer besonders interessant macht, ist das Arrangement «Golf & Genuss»: zwei Nächte, Frühstücksbuffet, zwei 18-Loch-Runden auf dem Golf Club St. Leon-Rot inklusive E-Cart, 50 Rangebälle pro Person, ein 4-Gang-Dinner mit Aperitif und Digestif, eine Flasche Ernie Els «Big Easy» Rotwein auf dem Zimmer, Begrüssungspräsent, Bademantel, kostenfreie Nutzung der Saunalandschaft, Parkplatz und WLAN.
Wenn man bedenkt, dass eine einzelne Runde am Wochenende auf dem Golf Club St. Leon-Rot bereits bei 145 Euro pro Person liegt, wirkt das Arrangement ziemlich attraktiv – da darf man durchaus von einem Golfschnäppchen sprechen.
Hotel Villa Medici: Golfen in St. Leon-Rot
Eines gleich vorweg: Der Name täuscht. Villa Medici klingt nach Florenz, Renaissancefresken und dem leisen Plätschern eines Brunnens im Innenhof,



